Nunu ist mit 4 Monaten zum ersten Mal Langstrecke geflogen, ich war nervöser als er. Seitdem haben wir als Familie so viele Langstreckenflüge mit Baby, Kleinkind und Schulkindern hinter uns, dass ich sie nicht mehr zählen kann, zuletzt als fünfköpfige Familie mit Baby Baozi nach China. Was ich nach all diesen Flügen sagen kann, ist, dass ein Langstreckenflug mit Baby fast immer besser läuft, als man erwartet, wenn man gut vorbereitet ist. In diesem Beitrag findest du unsere 12 Tipps, die bei uns wirklich funktioniert haben, für jedes Alter von Baby bis Schulkind.
✅ Das Wichtigste im Überblick
- 👶 Ab wann fliegen: Nunu ist mit 4 Monaten erstmals Langstrecke geflogen, medizinisch möglich ab ca. 7 bis 14 Tagen.
- 🛏️ Bassinet: Frühzeitig reservieren, gilt meist bis ca. 11 kg oder wenn das Kind mit dem Kopf anstößt.
- 🌙 Nachtflug: Unsere klare Empfehlung mit Baby und Kleinkind, die meiste Zeit wird verschlafen.
- ✈️ Sitzplatz: „Is the flight fully booked?“ direkt beim Boarding fragen, wir haben damit fast immer eine freie Reihe bekommen.
- 🎒 Handgepäck: Babytrage immer mit, Reisebuggy wenn möglich als Handgepäck mitnehmen.
- 🍌 Snacks: Kein Industriezucker und keine Säfte, Bananen, Karotten und belegte Brote sind unsere Standards.
- 🏆 Beste Airlines: Emirates ist unser Favorit, gefolgt von Turkish Airlines, Etihad und TAP Portugal.
Tipp 1: Günstige Langstreckenflüge mit Kindern buchen
Babys und Kleinkinder bis zum 2. Lebensjahr fliegen am günstigsten, weil sie in vielen Fällen noch als Schoßkind mitfliegen können, ohne dafür einen eigenen Sitzplatz zu bezahlen. Das Ticket kostet dann meist nur eine Servicegebühr von etwa 10 Prozent des Erwachsenenpreises. Frühzeitig buchen und flexible Reisedaten prüfen macht den größten Unterschied, vor allem in den Schulferien.

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Tipp 2: Mit Kindern über den Flug sprechen
Nicht nur du, sondern auch dein Kind ist vor dem ersten Langstreckenflug aufgeregt. Wir besprechen mit unseren Kindern vorab, wie lange der Flug dauert, wann Schlafenszeit ist und wann Filme geschaut werden dürfen. Nunu liebt es, sich vorab die Flugkarte anzusehen und auszurechnen, über welche Länder wir fliegen.
Auch die Sitzordnung besprechen wir immer vorher, weil wir uns als fünfköpfige Familie meist auf mehrere Reihen aufteilen müssen. Das verhindert Überraschungen am Gate.
Tipp 3: Den richtigen Sitzplatz sichern
Einen eigenen Sitzplatz oder eine freie Reihe zu bekommen, kann einen Langstreckenflug mit Baby komplett verändern. Unser bewährtester Trick: Gleich zu Beginn des Fluges die Flugbegleiterin fragen, ob der Flug ausgebucht ist. Wir haben damit bei fast allen unseren Langstreckenflügen als fünfköpfige Familie noch eine freie Reihe oder zumindest einen zusätzlichen Platz bekommen.
💡 TIPP: Frag direkt nach dem Einsteigen die Flugbegleiterin: „Is the flight fully booked?“ Wenn nicht, bekommt man mit Baby fast immer eine freie Reihe angeboten. Das hat bei uns bisher auf jedem Langstreckenflug funktioniert.
Tipp 4: Babytrage und Reisebuggy einpacken
Die Babytrage war im ersten Lebensjahr von Nunu unser treuester Begleiter auf Langstreckenflügen. Wenn das Baby am Ende des Fluges noch schläft, kann man es einfach in die Trage packen und es schläft weiter. Außerdem hat man beide Hände frei für das Handgepäck.

Unseren Ergobaby-Reisebuggy nehmen wir, wenn möglich, als Handgepäck mit ins Flugzeug. Das hat den riesigen Vorteil, dass wir ihn nach der Landung sofort haben und die Kinder bei langen Passkontrollen einfach im Buggy weiterschlafen können.
💡 TIPP: Reisebuggys in Handgepäcksgröße dürfen bei den meisten besseren Airlines als Handgepäcksstück mit. Beim Check-in nachfragen lohnt sich, das spart das Warten am Gepäckband mit müden Kindern nach einem Nachtflug.
Tipp 5: Das Bassinet richtig buchen
Bei Langstreckenflügen bieten die meisten Airlines sogenannte Babybassinets an, kleine Bettchen, die an der Flugzeugwand befestigt werden. Unbedingt frühzeitig reservieren, sie sind begrenzt vorhanden und schnell vergriffen.
Wichtig zu wissen: Jede Airline hat eigene Vorschriften. Bei Emirates dürfen Kinder, die schwerer als 11 kg sind, nicht mehr ins Bassinet, auch wenn sie von der Länge her noch passen würden. Das Bassinet auf einem unserer British-Airways-Flüge war deutlich größer als das Standard-Modell, Nunu lag dort noch mit fast 2 Jahren
💡 TIPP: Bassinet immer direkt bei der Flugbuchung reservieren, nicht nachträglich. Die Plätze in der ersten Reihe mit Wandmontage sind begrenzt.
⚠️ Wichtig: Bei Turbulenzen muss das Baby jedes Mal aus dem Bassinet herausgenommen werden, wenn die Anschnallzeichen aufleuchten. Auf langen Flügen kann das mehrmals passieren.
Tipp 6: Bequeme Kleidung und Zwiebellook
Im Flugzeug kann es abwechselnd sehr warm und sehr kalt werden. Wir packen für alle Kinder immer eine dünne Haube ein, weil die Lüftung im Flieger oft direkt auf den Kopf zieht. Unsere Devise ist der Zwiebellook, kurze Shirts plus Kapuzenpullover, die man je nach Temperatur an- oder ausziehen kann.
Bei Langstreckenflügen in der Economy Class gibt es Kopfpolster und eine dünne Decke für alle Passagiere. Für Babys empfehle ich trotzdem eine eigene leichte Kuscheldecke mitzunehmen, weil die Flugzeugdecken oft sehr dünn sind.
Tipp 7: Das richtige Essen und die richtigen Snacks
Da ich Nunu bis zum 6. Lebensmonat voll gestillt habe, war das Essen auf Langstreckenflügen kein Thema. Falls dein Baby die Flasche bekommt: Die Flugbegleiterinnen erwärmen Folgemilch auf Anfrage sehr gerne.

Auf Industriezucker verzichten wir beim Fliegen komplett, weil er Kinder aufputscht und das Einschlafen erschwert. Auch Säfte und kohlensäurehaltige Getränke lassen wir weg, weil sie bei Kindern durch das lange Sitzen schnell zu Bauchschmerzen führen.
Unsere Standard-Snacks für Langstreckenflüge: Bananen, aufgeschnittene Äpfel, Karotten, Brot mit Hummus und Nüsse für die Größeren. Wichtig: Obst und Fleischwaren vor der Landung aufessen oder entsorgen, in vielen Ländern ist die Einfuhr verboten.
💡 TIPP: Die Essenszeiten im Flugzeug orientieren sich immer an der Ortszeit des Ankunftslandes, um den Jetlag zu minimieren. Das erklärt, warum manchmal um 3 Uhr früh Frühstück serviert wird.
Tipp 8: Druckausgleich bei Start und Landung
Der Druckausgleich beim Abheben und beim Landeanflug ist für Babys die schwierigste Phase im Flug, weil sie nicht wissen, was passiert. Ich habe meine Kinder bei Start und Landung immer gestillt, das hat perfekt funktioniert. Alternativ helfen Schnuller oder Fläschchen, Hauptsache das Baby saugt.
Für ältere Kinder mit Erkältung hilft Nasenspray vor Start und Landung. Kaugummi funktioniert ab ca. 4 Jahren gut.
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Tipp 9: Beschäftigung nach Altersgruppe
Was die Beschäftigung angeht, macht das Alter den größten Unterschied.

Babys bis 1 Jahr: Wir hatten kaum Spielzeug dabei. Kleine Buggybücher, durch den Flieger spazieren, und den Mitpassagieren beim Interagieren mit dem Baby zuschauen. Viele Airlines geben Babys ein kleines Stofftier.
Kleinkinder 1 bis 3 Jahre: Stickerbücher, kleine Spielfiguren und Knetmasse waren der absolute Hit. Den Gang im Flieger auf und ab gehen lassen, am besten nach hinten zur Crew, wo der Lärm andere Passagiere weniger stört.
Kindergartenkinder 3 bis 6 Jahre: Das Bord-Entertainment ist für diese Altersgruppe das große Highlight, vor allem wenn die Kinder zuhause keinen Fernseher kennen. Unsere Kinder schauen Filme immer auf Englisch, was auf allen internationalen Flügen zur Auswahl steht.
Schulkinder ab 6 Jahren: Nunu ist schon ab 4 Jahren selbst ein Profi gewesen. Bücher, Smart Games, Reisetagebuch schreiben und Filme schauen. Ab diesem Alter ist der Langstreckenflug für Eltern wirklich entspannt.
Tipp 10: So schläft dein Baby und Kleinkind im Flugzeug
Wir halten uns im Flugzeug immer an unsere normalen Abendrituale: Zähneputzen, Pyjama anziehen, und dann schlafen gehen. Das gibt Babys und Kleinkindern das Gefühl von Vertrautheit, auch wenn sie 10.000 Meter über dem Boden sind.
Mittlerweile schlafen unsere Kinder entweder auf uns oder auf einem freien Sitzplatz. Als sie noch kleiner waren, haben wir die Armlehne hochgeklappt, damit sie den Kopf auf unseren Schoß legen konnten. Wenn Kinder schon windelfrei sind: vor dem Schlafen unbedingt noch einmal auf die Toilette schicken.
Tipp 11: Nachtflug ist unsere klare Empfehlung
Mit Babys und Kleinkindern finden wir Nachtflüge am entspanntesten, weil die Kinder die meiste Zeit einfach durchschlafen. Nach dem Abendessen wird das Licht abgedreht, es wird ruhig im Flieger, und die meisten Passagiere schlafen. Auch wir als Eltern kommen auf Nachtflügen besser zu Schlaf als auf Tagflügen.
Tipp 12: Reisegadgets für besseren Schlaf im Flugzeug
Für Kinder ab 2 Jahren mit eigenem Sitzplatz gibt es Reisegadgets, die das Schlafen deutlich komfortabler machen, die wir jedoch selbst nicht verwenden. Aufblasbare Fußstützen, Hängematten oder die JetKids Box, mit der sich der Sitzplatz in eine Liegefläche verwandelt.
Unsere Empfehlung: Die familienfreundlichsten Airlines für Langstreckenflug mit Baby
Hier die Airlines, mit denen wir persönlich Langstrecke mit Baby und Kleinkind geflogen sind und die wir weiterempfehlen:
- Emirates (unser Favorit)
- Saudia Airlines
- MIAT (Mongolian Airlines)
- Air China
- China Airlines
- Austrian Airlines
- British Airways
- Turkish Airlines
- KLM Royal Dutch Airlines
- Etihad Airways
- Edelweiss Air
- TAP Portugal
- Air France
Unser klarer Favorit: Emirates. Hervorragendes Bord-Entertainment für Kinder, große Bassinets, zuvorkommendes Personal und sehr gutes Kinderessen.
Weniger gut haben uns SCOOT und Eurowings auf Langstrecken gefallen, weil es dort kein kostenloses Essen gibt und der Service eingeschränkt ist.
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Fazit: Langstreckenflug mit Baby und Kleinkind
Langstreckenflüge mit Kindern sind machbar, und sie verlaufen fast immer besser als erwartet. Das Wichtigste: gut vorbereiten, die Rituale von zu Hause mitnehmen, Nachtflüge bevorzugen und auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Nach unserem ersten Langstreckenflug mit Nunu, der damals 4 Monate alt war, hätten wir nie gedacht, dass wir eines Tages als fünfköpfige Familie nach China fliegen würden. Heute ist Langstrecke für uns alle Routine.
❓ Häufige Fragen zum Langstreckenflug mit Baby und Kleinkind
Ab welchem Alter kann ich mit meinem Baby Langstrecke fliegen?
Die meisten Airlines erlauben Flüge ab 7 bis 14 Tagen, oft mit ärztlicher Bescheinigung. Medizinisch ist Fliegen für gesunde Neugeborene meist unproblematisch. Nunu ist mit 4 Monaten das erste Mal Langstrecke geflogen. Viele Kinderärzte empfehlen, bei sehr langen Flügen mit dem ersten Langstreckenflug bis zum 3. Monat zu warten, damit das Immunsystem etwas gereifter ist.
Wie buche ich ein Bassinet im Flugzeug?
Das Bassinet immer direkt bei der Flugbuchung oder telefonisch bei der Airline reservieren, nicht erst nachträglich. Die Plätze sind begrenzt. Jede Airline hat eigene Gewichts- und Größengrenzen: Bei Emirates gilt eine Gewichtsgrenze von 11 kg, andere Airlines orientieren sich an der Körperlänge. Wenn das Kind mit dem Kopf anstößt, darf es nicht mehr ins Bassinet.
Ist ein Nachtflug oder ein Tagflug mit Baby besser?
Wir empfehlen klar den Nachtflug. Babys und Kleinkinder schlafen auf Nachtflügen die meiste Zeit durch, das Licht wird nach dem Abendessen abgedreht und die Atmosphäre im Flieger wird ruhiger. Auch Eltern kommen auf Nachtflügen besser zu Schlaf. Der einzige Nachteil: die Ankunft in den frühen Morgenstunden kann bei sehr kleinen Kindern anstrengend sein.
Was tun beim Druckausgleich für Babys im Flugzeug?
Stillen oder Fläschchen geben funktioniert am besten, weil das Saugen den Druckausgleich erleichtert. Auch ein Schnuller hilft. Bei Babys mit Erkältung hilft Nasenspray kurz vor Start und Landung. Für Kinder ab ca. 4 Jahren funktioniert Kaugummi gut. Unsere drei Kinder hatten bisher nie ernsthafte Probleme mit dem Druckausgleich.
Welche Snacks darf ich für mein Kind im Handgepäck mitnehmen?
Feste Lebensmittel wie Bananen, Karotten, Brot, Nüsse und abgepackte Snacks dürfen problemlos mitgenommen werden. Flüssigkeiten über 100 ml müssen in den aufgegebenen Koffer. Wichtig: Obst, Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren dürfen in viele Länder nicht eingeführt werden. Diese am besten im Flugzeug aufessen oder vor der Landung entsorgen.
Welche Airlines sind am familienfreundlichsten auf Langstrecken?
Unser klarer Favorit ist Emirates: großes Bord-Entertainment für Kinder, gute Bassinets und sehr zuvorkommendes Personal. Ebenfalls sehr empfehlenswert sind Turkish Airlines, Etihad Airways, TAP Portugal und British Airways. Weniger gut haben uns SCOOT und Eurowings auf Langstrecken gefallen, weil es kein kostenloses Essen gibt.
Darf ich einen Reisebuggy ins Flugzeug mitnehmen?
Kinderwägen und Buggys können bis vors Flugzeug mitgenommen und dort aufgegeben werden. Reisebuggys in Handgepäcksgröße dürfen bei vielen besseren Airlines als Handgepäcksstück mit in die Kabine. Das hat den großen Vorteil, dass die Kinder nach der Landung sofort weitergeschlafen können statt am Gepäckband zu warten.
Sind aufblasbare Fußstützen im Flugzeug erlaubt?
Das ist von Airline zu Airline unterschiedlich. Bei Austrian Airlines sind aufblasbare Fußstützen und ähnliche Schlafgadgets aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Bei anderen Airlines wie Emirates oder Turkish Airlines werden sie in der Regel toleriert. Unbedingt vorher direkt bei der Airline nachfragen, damit du das Gadget nicht umsonst einpackst.
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Ich bin Jenny, Mama von drei Kindern und reise mit meiner Familie durch die Welt. Auf nunu-reist.at findest du ehrliche Tipps und Erfahrungen für Familienreisen, aus erster Hand und aus über 100 bereisten Ländern.

