Reiseimpfungen für Kinder sind für uns keine Frage des Ob, sondern des Wann und Wie. Als wir mit Nunu unsere erste Fernreise geplant haben, war er gerade mal 10 Monate alt. Welche Impfungen braucht ein Baby in diesem Alter? Was ist für Säuglinge überhaupt möglich, was empfehlenswert, was Pflicht? Seitdem ist die reisemedizinische Beratung vor jeder Fernreise für uns selbstverständlich. Nunu hatte vor seinem dritten Geburtstag bereits Hepatitis A & B, Typhus, Gelbfieber und FSME erhalten und alle problemlos vertragen. In diesem Artikel erfährst du, welche Reiseimpfungen für Babys und Kinder wirklich wichtig sind, ab welchem Alter was möglich ist und wo ihr euch in Österreich am besten beraten lasst.
| WICHTIGER HINWEIS: : Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Da sich Impfempfehlungen und Einreisebestimmungen laufend ändern, lass dich immer aktuell von einem Reisearzt oder Tropeninstitut beraten. |
✅ Reiseimpfungen für Kinder – Das Wichtigste auf einen Blick
- 💉 Zeitplan: Mindestens 6–8 Wochen vor Abreise zum Reisearzt – manche Impfungen brauchen mehrere Termine.
- 👶 Babys unter 1 Jahr: Viele Reiseimpfungen noch nicht möglich – Reiseziel sorgfältig wählen und unbedingt reisemedizinisch beraten lassen.
- 🌡️ Wichtigste Impfungen: Hepatitis A (ab 1 Jahr), Typhus (ab 2 Jahren), Gelbfieber (ab 9 Monaten), FSME (auch für den Österreich-Urlaub empfohlen!).
- 🦟 Malaria: Keine Standardimpfung verfügbar – Stand-by-Medikament auf Rezept besorgen, Mückenschutz ist zusätzlich Pflicht.
- 💰 Kosten: Reiseimpfungen werden von der Krankenkasse in der Regel nicht übernommen (in Österreich).
- 📍 Wien: Beratung und Impfung beim Reisemedizinischen Impfservice der Stadt Wien – die Beratung ist kostenlos.
- 🟡 Internationaler Impfausweis: Der Impfpass aus dem Eltern-Kind-Pass ist gleichzeitig der internationale Impfausweis. Bei Einreise in Gelbfieber-Gebiete (z.B. Tansania, Bolivien) muss das Original dabei sein – Kopien werden nicht akzeptiert!
Warum Reiseimpfungen Kinder für uns kein optionales Thema sind

Ich erinnere mich noch genau an die Nachricht, die uns dazu veranlasste, einen gebuchten Flug auf die Philippinen zu stornieren. Nunu war 4 Jahre alt, MC gerade mal 6 Monate alt. Auf den Philippinen galt zu diesem Zeitpunkt der Dengue-Fieber-Notstand. Ein Baby in diesem Alter würde eine Dengue-Infektion nicht überleben. Wir sagten die Reise ab.
Fun Fact: Die Reise hätte zum Pandemie-Ausbruch stattgefunden. Glück im Unglück, dass wir sie schon davor abgesagt hatten.
Diese Entscheidung hat uns gelehrt: Reisevorbereitung ist nicht nur Packen und Flug buchen. Für uns gehört der Gesundheitsschutz der Kinder zur Grundlage jeder Reiseplanung. Und weil Dengue keine Impfung hat, war Mückenschutz in dem Fall das Einzige, was wir tun konnten.
Bei Krankheiten, gegen die es Impfungen gibt, ist die Entscheidung für uns einfach. Wir impfen.
Grundimmunisierung Kinder: Was vor der Fernreise vollständig sein muss
Bevor wir überhaupt über Reiseimpfungen sprechen, ist die Grundimmunisierung am wichtigsten. In Österreich gibt es den nationalen Impfplan, der alle empfohlenen Standardimpfungen für Kinder definiert. Dies bildet die Basis für alles, was danach kommt.
Der österreichische Impfplan als Ausgangspunkt
Die Standardimpfungen des österreichischen Impfplans schützen unter anderem gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Im Babyalter sind Kinder noch nicht vollständig grundimmunisiert, weshalb gerade in den ersten Lebensmonaten besondere Vorsicht geboten ist.
Unser Kinderarzt hat uns den Impfplan bereits beim ersten Termin mitgegeben. Wir orientieren uns daran als Checkliste und haken bei jedem Arztbesuch ab, welche Impfungen aktuell fällig sind. Das klingt aufwendig, läuft nach ein paar Runden aber ganz automatisch.
Warum Masern auf Reisen besonders gefährlich sind
Masern sind in den Tropen und in vielen Entwicklungsländern weiterhin häufig. Eine Masernerkrankung kann gerade bei Kleinkindern zu schweren Komplikationen führen. Die Masernimpfung ist Teil des Standardimpfplans und wird zweimal gegeben, aber erst ab dem 11. Lebensmonat. Das bedeutet: Babys unter einem Jahr sind ungeschützt.
Leider sind Masern auch seit 2018 in Österreich auch wieder sehr präsent.
TIPP: Die Masernimpfung kann bei Bedarf auf 9 Monate vorgezogen werden, wenn eine baldige Fernreise geplant ist. In Österreich ist das möglich. Sprich das proaktiv mit deinem Kinderarzt an.
Reiseimpfungen für Babys: Was im ersten Lebensjahr möglich ist

Das ist das Thema, das mir damals vor Nunu’s erster Fernreise mit 10 Monaten die meisten Fragen aufgeworfen hat. Welche Impfungen kann ein Baby überhaupt bekommen? Und welche fehlen noch? Die Antwort ist wichtig, denn sie beeinflusst direkt, welche Reiseziele für das erste Lebensjahr realistisch sind.
Grundsätzlich gilt: Im ersten Lebensjahr sind Babys noch nicht vollständig grundimmunisiert. Viele Reiseimpfungen haben außerdem Mindestalter-Grenzen, die dazu führen, dass bestimmte Schutzimpfungen einfach noch nicht möglich sind. Das schränkt die Reiseziele ein, ist aber kein Grund, auf Reisen zu verzichten, sondern ein Grund, die Wahl des Reiseziels sorgfältig zu treffen.
Diese Reiseimpfungen sind für Babys von 0 bis 12 Monaten möglich
| Impfung | Mindestalter | Anmerkung |
|---|---|---|
| Tollwut | Ab 2. Lebensmonat | Bei Reisen nach Südostasien/Indien mit viel Tierkontakt |
| Meningokokken | Ab 2. Lebensmonat | Sahelzone, Naher Osten |
| Japanische Enzephalitis | Ab 2. Lebensmonat | Ländl. Südostasien, 2 Teile im Abstand von 4 Wochen |
| Gelbfieber | Ab 1 Jahr (manche impfen auch ab 9 Monaten) | Pflicht für trop. Afrika & Südamerika, Lebendimpfstoff |
| Masern (MMR) | Ab 9. Lebensmonat | Kann bei geplanter Fernreise vorgezogen werden |
| FSME | Ab 12. Lebensmonat | Encepur Children – auch für Österreich empfohlen |
| Hepatitis A | Ab 12. Lebensmonat | Alle Länder außerhalb Westeuropas |
Was bedeutet das für die Reiseplanung? Babys unter 9 Monaten sind gegen Gelbfieber und Masern noch gar nicht impfbar. Für Reisen in tropische Länder mit Gelbfieber-Risiko oder Masern-Endemiegebiete ist das ein wichtiger Faktor.
Mit Nunu konnten wir mit 10 Monaten nach Südostasien reisen, weil wir das Reiseziel sorgfältig gewählt, rechtzeitig einen Reisearzt aufgesucht und alle damals möglichen Impfungen abgehakt hatten. Bei Baby Baozi haben wir mit unserer Ostafrika-Reise gewartet, bis er 1,5 Jahre alt war, sodass er vor der Abreise schon gegen Gelbfieber geimpft werden konnte.
⚠ WICHTIG: Babys unter 6 Monaten sollten generell nicht in Hochrisikogebiete für Malaria, Dengue oder Gelbfieber reisen. Das Immunsystem ist noch zu unreif, viele Schutzmaßnahmen sind nicht möglich, und ein schwerer Krankheitsverlauf wäre in diesem Alter besonders gefährlich. Lasst euch vorab unbedingt reisemedizinisch beraten.
TIPP: Plant ihr eine Fernreise mit Baby unter 12 Monaten? Bucht den Reisearzttermin mindestens 8 bis 10 Wochen vor Abreise.
Welche Reiseimpfungen für welches Land? Übersicht für Familien
Die notwendigen Reiseimpfungen hängen vom Reiseziel, der Art der Reise, dem Alter des Kindes und den aktuellen Einreisebestimmungen ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die häufigsten Reiseimpfungen, die für Familien mit Baby, Kleinkind und Kind relevant sind.
| Impfung | Reiseziele / Risikogebiete | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|
| Hepatitis A | Alle Länder außerhalb Westeuropas | Ab 1 Jahr, 2 Teilimpfungen |
| Hepatitis B | Weltweit, bes. Südostasien, Afrika | Im Standardimpfplan enthalten |
| Typhus | Südostasien, Indien, Afrika, Südamerika | Schluckimpfstoff ab 2. Geburtstag |
| Gelbfieber | Trop. Afrika, Südamerika (Pflichtimpfung) | Ab 9 Monate, Lebendimpfstoff |
| FSME | Österreich, Mitteleuropa, Zeckengebiete | Empfohlen auch für Österreich-Urlaub! |
| Tollwut | Südostasien, Indien, Afrika, Tierkontakt | Ab 2. Lebensmonat möglich |
| Jap. Enzephalitis | Südostasien, Reisefeldregionen | Ab 2. Lebensmonat, 2 Teilimpfungen |
| Meningokokken | Sahelzone, Naher Osten, Indien, Nepal | Ab 2. Lebensmonat möglich |
| Cholera | Südostasien, Afrika, Risikoreisen | Schluckimpfstoff, ab 2 Jahren |
Diese Tabelle dient nur zur Orientierung. Ob eine Impfung für dein Kind sinnvoll ist, hängt von Alter, Vorerkrankungen, Reiseroute und dem aktuellen Geschehen ab. Die endgültige Entscheidung trifft immer der Reisearzt.
Die wichtigsten Reiseimpfungen für Kinder im Detail

Hepatitis A – Impfung für Kinder: Die häufigste Reiseimpfung
Hepatitis A wird über kontaminiertes Wasser und verunreinigte Lebensmittel übertragen und ist in vielen Fernreiseländern verbreitet. Weltweit erkranken laut WHO jährlich rund 1,4 Millionen Menschen an Hepatitis A. Die Impfung besteht aus zwei Teilen im Abstand von 6 bis 12 Monaten und schützt dann jahrzehntelang.
Nunu bekam seine erste Hepatitis-A-Impfung mit knapp einem Jahr, kurz bevor wir seine erste große Tropenreise nach Südostasien geplant hatten. Seither ist er vollständig geschützt. MC und Baby Baozi folgten im gleichen Alter.
TIPP: Hepatitis A kann bei Fernreisen auch noch am Tag der Abreise geimpft werden. Die Schutzwirkung setzt innerhalb von 2 Wochen ein. Besser ist es aber, mindestens 4 Wochen vorher zu planen.
Typhus Impfung für Kinder: Besonders relevant für Länder mit mangelnder Hygiene
Typhus wird durch kontaminiertes Wasser und Nahrung übertragen und ist vor allem in Südostasien, Indien und Teilen Afrikas ein relevantes Risiko. Weltweit erkranken laut WHO jährlich rund 11 bis 20 Millionen Menschen an Typhus. Der Schluckimpfstoff ist ab dem zweiten Geburtstag zugelassen und schützt für rund 3 Jahre.
Nunu bekam seinen Typhus-Schluckimpfstoff mit 2 Jahren, bevor wir nach Asien reisten. Er hat ihn ohne Probleme vertragen, auch wenn der Termin beim Kinderarzt etwas Koordination erforderte.
Und dann gibt es da noch eine Geschichte, die ich hier ehrlich erzählen möchte. Weil sie vielleicht die wichtigste in diesem ganzen Artikel ist.
MC hat auf den Philippinen eine Typhus-Erkrankung durchgemacht. Als einzige unserer Kinder war sie damals nicht gegen Typhus geimpft. Wegen der Pandemie hatten wir zu diesem Zeitpunkt nur einen einzigen Impftermin bekommen, bei dem wir die Priorität auf Hepatitis A gesetzt hatten. Die Typhus-Impfung fiel dadurch hinten runter. Ein Fehler, wie wir heute wissen.
Zum Glück wurde die Krankheit im Krankenhaus vor Ort rechtzeitig diagnostiziert. MC bekam die richtigen Medikamente und hat sich vollständig erholt. Aber die Tage bis zur Diagnose waren angespannt, und der Gedanke, dass das mit einer einzigen Impfung vermeidbar gewesen wäre, sitzt bis heute.
Seitdem ist bei uns die Typhus-Impfung für alle Kinder vor jeder Südostasien-Reise gesetzt. Kein Abwägen mehr, kein Verschieben. Lernt aus unseren Fehlern.
⚠ WICHTIG: Typhus ist durch eine Impfung vollständig vermeidbar. Wenn ihr mit Kindern nach Südostasien, Indien oder Afrika reist: Lasst die Typhus-Impfung nicht ausfallen, auch wenn der Terminkalender beim Arzt eng ist. Lieber einen zweiten Termin organisieren als diese Impfung weglassen.
Gelbfieber-Impfung für Kinder: In manchen Ländern Pflichtimpfung bei Einreise
Gelbfieber ist eine ernsthafte Erkrankung, die in tropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas vorkommt. Gelbfieber ist in über 40 Ländern endemisch. Für viele dieser Länder ist der Nachweis der Gelbfieberimpfung eine Einreisebedingung, nicht nur eine Empfehlung. Die Impfung ist ein Lebendimpfstoff und kann erst ab dem 1.Lebensjahr gegeben werden.
Für unsere Bolivien-Reise mit Nunu (damals 2 Jahre alt) war die Gelbfieberimpfung Pflicht. Wir ließen sie beim Reisemedizinischen Impfservice der Stadt Wien durchführen. Nunu bekam am gleichen Termin auch die Typhusimpfung und hat beides gut vertragen.
Für unsere Ostafrika-Reise in den Sommerferien 2025 haben wir MC und Baby Baozi auch gegen Gelbfieber impfen lassen, da die Impfung auch dort für die Einreise in manche Länder notwendig war. An der Grenze von Kenia nach Uganda wurden sogar unsere Impfpässe kontrolliert.
TIPP: Gelbfieberimpfungen dürfen nur in anerkannten Gelbfieber-Impfstellen durchgeführt werden. In Wien ist das der reisemedizinische Impfservice. Der Eintrag in den internationalen Impfausweis, das sogenannte gelbe Heftchen, ist Pflicht.
FSME (Zeckenimpfung) für Kinder: Nicht nur für Fernreisende relevant
FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) wird durch Zecken übertragen und ist in vielen Regionen Österreichs, Deutschlands und Mitteleuropas verbreitet. Die Impfung wird in Österreich allgemein empfohlen und ist besonders für Familien, die gerne wandern oder in der Natur aktiv sind, sinnvoll.
Das ist einer der Punkte, den viele Eltern bei der Reisevorbereitung vergessen: Auch für den Urlaub in Südtirol, der Steiermark oder Slowenien kann eine FSME-Impfung sinnvoll sein. Wir hatten alle drei Kinder frühzeitig gegen FSME impfen lassen.
Achtung: Vor allem in Niederösterreich (Wiener Becken) kommen viele Zecken vor! Unbedingt die Kinder abends gut auf Zecken absuchen.
Tollwut-Impfung für Kinder: Besonders bei längeren Reisen und Tierkontakt
Tollwut ist nach wie vor ein globales Problem. Gerade Kinder, die Tiere streicheln und auf Hunde oder Affen zugehen (was manche Kinder nun mal tun), haben ein erhöhtes Risiko. In Südostasien und Indien sind streunende Hunde eine reale Gefahr.
Die Tollwutvakzine wird präventiv in zwei bis drei Teilen gegeben. Im Falle eines Bisses sind dann nur zwei weitere Impfungen nötig statt der aufwendigen Post-Expositionsprophylaxe. Für längere Reisen mit Kindern nach Südostasien oder Indien empfehlen viele Reiseärzte die Tollwutimpfung.
Zum Glück wurden wir bisher von Tierbissen verschont. Ich hoffe, das bleibt auch so.
Achtung: Bei einem Biss muss jedoch innerhalb von 12 Stunden nochmals eine Impfung erfolgen, auch wenn man Tollwut geimpft ist.
Der internationale Impfausweis: Was ist das gelbe Heftchen und wofür braucht man es?
Den internationalen Impfausweis kennen viele nur vom Hörensagen. Was viele nicht wissen: Der Impfpass, den ihr beim Eltern-Kind-Pass bekommt, ist gleichzeitig der internationale Impfausweis. Es ist also kein extra Dokument, das ihr noch beantragen müsst. Dieser Impfpass ist ein international standardisiertes Dokument der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in dem bestimmte Impfungen amtlich eingetragen und beglaubigt werden.
Spätestens wenn ihr mit Kindern auf Fernreise geht, müsst ihr euch damit auseinandersetzen. Denn für die Einreise in mehr als 40 Länder, darunter Tansania und Bolivien, ist der Nachweis der Gelbfieberimpfung im internationalen Impfausweis Pflicht. Wer ohne dieses Dokument anreist, kann an der Grenze zurückgewiesen werden oder muss direkt vor Ort geimpft werden. Eine Situation, die ihr mit Kindern definitiv vermeiden wollt.
Für unsere Bolivien-Reise mit Nunu haben wir den internationalen Impfausweis das erste Mal gebraucht. Ohne den Gelbfieber-Eintrag wäre die Einreise für ihn nicht möglich gewesen. Seither ist das Heftchen für uns genauso selbstverständlich wie der Reisepass.
⚠ WICHTIG: Bei der Einreise in Gelbfieber-Impfgebiete muss der originale Impfausweis vorgewiesen werden. Kopien werden nicht akzeptiert. Ich habe das auf die harte Tour gelernt: Als wir nach Kenia geflogen sind, hatte ich die internationalen Impfpässe unabsichtlich zu Hause vergessen. Ich musste sie mir per DHL Express nachschicken lassen. Das war teuer, stressig und vollständig vermeidbar.
TIPP: Legt die internationalen Impfpässe aller Familienmitglieder direkt zu den Reisepässen und packt sie gemeinsam ein. Kopien oder Fotos reichen bei der Einreise nicht aus. Wer den Ausweis verliert oder vergisst, hat ein ernstes Problem.
Reiseimpfungen für Thailand, Kenia & Co.: Was für beliebte Familienziele gilt
Reiseimpfungen für Thailand mit Kindern & Südostasien

Für eine Reise nach Thailand mit Kindern sind Hepatitis A und Typhus die wichtigsten Reiseimpfungen. Bei längeren Aufenthalten oder Reisen ins ländliche Hinterland empfehlen viele Reiseärzte zusätzlich die Japanische-Enzephalitis-Impfung, da die Erkrankung in Reisfeld-Regionen Südostasiens vorkommt. Tollwut ist bei Kindern besonders relevant, da der Kontakt mit streunenden Hunden in Thailand alltäglich ist.
Dengue-Fieber gibt es in Thailand das ganze Jahr über. Eine Impfung ist nur unter bestimmten Bedingungen, nämlich wenn man schon mal an Dengue erkrankt war, empfohlen. Mückenschutz ist also Pflicht.
TIPP: Die finale Entscheidung, welche Impfungen für eure konkrete Reiseroute durch Thailand sinnvoll sind, trifft der Reisearzt. Plant 6–8 Wochen Vorlauf ein.
Reiseimpfungen für Kenia, Tansania und Ostafrika mit Kindern
Für Reisen nach Kenia oder Tansania mit Kindern sind Hepatitis A, Typhus und Gelbfieber die wichtigsten Impfungen. Gelbfieber ist für Kenia keine Pflichtimpfung bei Einreise aus Österreich, aber dringend empfohlen. Falls du, wie wir, zum Beispiel von Kenia nach Tansania reist, ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht! Für Tansania wird Gelbfieber empfohlen, wenn ihr zuvor durch ein Gelbfieber-Endemiegebiet gereist seid.
Malaria ist in Ostafrika ein ernstes Thema. Für Kenia und Tansania empfehlen Reiseärzte in der Regel ein Stand-by-Medikament oder eine Prophylaxe. Wir haben für unsere Ostafrika-Reise Malarone auf Rezept mitgenommen.
Ab welchem Alter sind Reiseimpfungen für Kinder möglich?
Das ist eine der meistgestellten Fragen, die ich bekomme. Die Antwort ist: Es kommt auf die Impfung an. Viele Reiseimpfungen haben Mindestalter-Grenzen, die biologisch oder sicherheitstechnisch begründet sind. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.
| Impfung | Mindestalter | Anmerkung |
|---|---|---|
| Hepatitis A | 12 Monate | Früher auf Anfrage möglich |
| Typhus Schluckimpfstoff | 2 Jahre | Injektion ab 2 J. ebenfalls |
| Gelbfieber | 9 Monate | Nur zugelassene Impfstellen |
| FSME | 1 Jahr (Encepur Children) | In Österreich allgemein empfohlen |
| Tollwut | 2. Lebensmonat | Für Hochrisikogebiete |
| Japanische Enzephalitis | 2. Lebensmonat | Endemiegebiete Asien |
| Meningokokken | 2. Lebensmonat | Risikogebiete |
| Cholera | 2 Jahre (Schluckimpfstoff) | Hochrisikogebiete |
Wann zum Reisearzt mit Kindern? Der richtige Zeitplan vor der Abreise
Das ist einer der größten Fehler, den Eltern bei der Reisevorbereitung machen: den Arzttermin zu spät buchen. Manche Impfungen sind zweigeteilt und benötigen mehrere Wochen zwischen den Teilimpfungen. Und nach der letzten Impfung braucht der Körper noch einmal bis zu 14 Tage, um ausreichend Antikörper zu bilden.
Unser Zeitplan
- 6 bis 8 Wochen vor Abreise: Ersten Termin beim Reisearzt oder Tropeninstitut buchen
- Dort wird besprochen, welche Impfungen nötig sind und welche noch fehlen
- Zweiteilige Impfungen (z.B. Hepatitis A, Japanische Enzephalitis) können dann rechtzeitig gestartet werden
- Spätestens 14 Tage vor Abreise sollte die letzte Impfung gegeben sein
- Bei Last-Minute-Buchungen: trotzdem impfen, der Schutz kann nach der Reise vervollständigt werden
TIPP: Plant ihr eine Fernreise und euer Baby ist unter einem Jahr alt? Dann ist der Zeitpunkt besonders wichtig. Viele Impfungen sind für Babys unter 6 Monaten gar nicht zugelassen. Lasst euch frühzeitig beraten, damit ihr realistische Optionen habt.
Wo wir uns in Wien impfen lassen: Reisemedizinischer Impfservice für Kinder in Wien
Günstige Reiseimpfungen für Kinder in Wien
In Wien nutzen wir den reisemedizinischen Impfservice der Stadt Wien. Früher war die Beratungsstelle im 3. Bezirk, inzwischen hat sich der Standort verändert und sie befindet sich in der Klinik Favoriten. Über die Website der Stadt Wien (wien.gv.at) könnt ihr euch den aktuellen Standort heraussuchen und einen Termin vereinbaren.
Die Beratung ist sehr professionell. Wir haben dort viele Reiseimpfungen für unsere Kinder durchgeführt, von der ersten Hepatitis-A-Impfung für Nunu bis hin zu komplexeren Paketen wie Gelbfieber plus Typhus plus Hepatitis vor der Bolivien-Reise. Ich bin jedes Mal gut beraten rausgegangen.
Einziger Nachteil ist, dass die Impftermine schnell ausgebucht sind, weshalb wir mit Baozi und MC auch andere reimpfungsmedizinische Beratungsstellen besucht haben, um dort zu impfen.
Reisemedizinische Beratungsstellen in Wien
Für alle anderen Bundesländer in Österreich gibt es private Reisemediziner, die Beratung und Impfungen anbieten.
- Reisemedizinischer Impfservice Wien
- Tropeninstitut Österreich: tropeninstitut.at
- Außenministerium Österreich: bmeia.gv.at
Malaria mit Kindern: Prophylaxe, Stand-by und was wirklich hilft
Malaria ist eine ernstzunehmende Krankheit, die in vielen tropischen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas vorkommt. Es gibt keine standardisierte Malaria-Impfung, die für alle Kinder und alle Reiseziele empfohlen wird.
Für Hochrisikogebiete gibt es zwei Ansätze: eine Malaria-Prophylaxe (täglich einzunehmende Tabletten) oder ein Stand-by-Medikament, das nur im konkreten Erkrankungsfall angewendet wird. Welcher Ansatz der richtige ist, hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und dem Alter des Kindes ab.
Wir haben für unsere Ostafrika-Reise Malarone als Malaria-Stand-by-Medikament gekauft. Nicht jede Ärztin und nicht jeder Arzt stellt dafür ein Rezept aus. Das Tropeninstitut verrechnet sogar eine eigene Gebühr für die Rezeptausstellung. Glücklicherweise hat uns unser Hausarzt das Rezept verschrieben. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nicht, und wir haben für 12 Stück Malarone rund 60 Euro bezahlt. Also wirklich nicht günstig.
Was viele nicht wissen: In vielen Apotheken in Malariagebieten gibt es Malaria-Schnelltests zu kaufen. Wir haben diese Tests auf mehreren Reisen vor Ort in der Apotheke besorgt und mitgeführt. Im Falle von Fieber in einem Malariagebiet ermöglicht ein solcher Test eine erste Einschätzung, noch bevor man einen Arzt erreicht.
⚠ WICHTIG: Empfehlungen zur Malaria-Prophylaxe ändern sich laufend. Gerade im Baby- und Kleinkindalter ist das Thema besonders ernst zu nehmen. Holt euch für jede Reise in ein Malariagebiet eine individuelle reisemedizinische Beratung.
TIPP: Malaria-Prophylaxe ist kein Ersatz für Mückenschutz. Auch neben einer Prophylaxe: mückenabweisende Kleidung, Moskitonetz und Mückenspray auf Kleidung konsequent anwenden (nicht direkt auf Babyhaut).
Reiseversicherung: Genau so wichtig wie Impfungen
Ich sage das immer wieder: Eine gute Reiseversicherung ist das Wichtigste für Familienreisen, noch vor jeder Reiseapotheke und jedem Impfpass. Im Ernstfall, wenn ein Kind auf einer Fernreise ernsthaft erkrankt, können Krankenhauskosten und Rücktransport tausende Euro kosten.
Wir haben unsere Reiseversicherung in unsere Reisekreditkarte inkludiert. Diese deckt uns bis zu 90 Tage pro Reise ab. Wichtig: Prüft immer genau, was in eurer Versicherung enthalten ist und ob sie Kinder einschließt.
TIPP: Überprüft eure bestehenden Versicherungen, bevor ihr eine neue abschließt. Viele Kreditkarten beinhalten bereits eine Reiseversicherung mit Kranken- und Reisegepäckschutz.
>> Die beste Reisekreditkarte für Familien: Reiseschutz und Versicherungen im Vergleich
Häufige Fragen zu Reiseimpfungen für Kinder
Welche Impfungen brauchen Kinder für Thailand oder Südostasien?
Für Thailand mit Kindern sind Hepatitis A und Typhus die wichtigsten Reiseimpfungen. Bei längeren Aufenthalten und Reisen ins ländliche Südostasien kann die Japanische-Enzephalitis-Impfung sinnvoll sein. Tollwut ist bei Kindern besonders relevant, da der Kontakt mit streunenden Hunden alltäglich ist. Die finale Entscheidung trifft der Reisearzt nach Analyse eurer konkreten Reiseroute.
Welche Impfungen brauchen Kinder für Kenia oder Tansania?
Für Ostafrika sind Hepatitis A, Typhus und Gelbfieber die wichtigsten Impfungen. Malaria ist in der gesamten Region ein Thema: Ein Stand-by-Medikament oder eine Prophylaxe sollte mit dem Reisearzt besprochen werden. Konsequenter Mückenschutz ist Pflicht.
Sind Reiseimpfungen für Babys unter einem Jahr möglich?
Manche Impfungen sind bereits ab dem 2. Lebensmonat möglich (z.B. Tollwut, Meningokokken). Gelbfieber jedoch erst ab 9 Monaten, Hepatitis A erst ab 12 Monaten. Für Babys unter einem Jahr gibt es Reiseziele, die schlicht noch nicht empfehlenswert sind. Wir haben das bei MC mit 6 Monaten selbst erlebt und die Philippinen-Reise deshalb abgesagt.
Was kosten Reiseimpfungen in Österreich?
Standardimpfungen des nationalen Impfplans werden übernommen. Reiseimpfungen sind in der Regel selbst zu bezahlen. Manche Zusatzversicherungen erstatten einen Teil auf Anfrage. Wir haben für Malarone (12 Stück Stand-by) rund 60 Euro bezahlt.
Muss ich bei Last-Minute-Reisen auf Impfungen verzichten?
Nicht unbedingt. Manche Impfungen wie Hepatitis A können noch am Tag der Abreise gegeben werden. Der Schutz ist dann zwar nicht sofort vollständig, aber besser als nichts. Außerdem kann die Impfserie nach der Reise vervollständigt werden. Lass dich trotzdem so früh wie möglich beraten.
Was tun, wenn mein Kind auf der Reise krank wird?
Im Notfall sofort einen Arzt aufsuchen. Keine Selbstdiagnose bei Fieber in Tropengegenden, bei Durchfall mit Blut oder bei Bewusstseinsstörungen. In Malariagebieten: Malaria-Schnelltest kaufen und bei Fieber sofort anwenden. Eine gute Reiseversicherung ist hier Gold wert.
Reiseimpfungen für Kinder: Unsere Erfahrungen
Reiseimpfungen für Kinder sind kein Hexenwerk, aber sie brauchen Vorlaufzeit und eine gute Beratung. Meine wichtigste Empfehlung: Geht frühzeitig zum Reisearzt oder Tropeninstitut, erklärt euer Reiseziel, die Reisedauer und das Alter eures Kindes, und lasst euch dann individuell beraten.
Nach Jahren des Reisens mit Nunu, MC und Baby Baozi bin ich überzeugt: Impfungen haben uns viele Sorgen erspart. Ob das für eure Familie genauso ist, müsst ihr natürlich selbst entscheiden.
Und vergesst nicht: Auch die Reiseapotheke gehört zur Vorbereitung. Hier findest du die ideale Reiseapotheke und weitere wichtige Reisetipps für deine Fernreisen mit Kindern:
>>Reiseapotheke für Baby, Kleinkind und Kind: Unsere ehrliche Packliste für Familien
>>Fliegen mit Baby: Unsere besten Tipps für den Langstreckenflug
>>Mückenschutz für Babys und Kinder auf Reisen
>>Die beste Reisekreditkarte für Familien: Reiseschutz und Versicherungen

Ich bin Jenny, Mama von drei Kindern und reise mit meiner Familie durch die Welt. Auf nunu-reist.at findest du ehrliche Tipps und Erfahrungen für Familienreisen, aus erster Hand und aus über 100 bereisten Ländern.

