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Vulkanwanderung mit Kleinkind und Kind auf den Acatenango in Guatemala

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Im April 2021 haben wir es gewagt: Wir haben als Familie, während unserer 13-wöchigen Zentralamerika-Reise den Vulkan Acatenango bestiegen. Gemeinsam mit unseren Kindern Nunu (5 Jahre alt) und Schmusa (1,5 Jahre alt) haben wir es gewagt und eine 2-tägige Wanderung auf den Acatenango in Guatemala gemacht. Die Wanderung mit Übernachtung am Vulkan war ein unvergessliches Highlight unserer Guatemala-Reise. Für die Vulkanwanderung mit oder ohne Kind müssen natürlich einige Reisevorbereitungen getroffen werden. Im Blogbeitrag findest du Vorbereitungstipps für deine Wanderung, welchen Reiseanbieter wir für die Vulkanwanderung empfehlen und einen ausführlichen Bericht über dieses unvergessliche Erlebnis als Familie.

Vulkan Acatenango

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Aussicht vom Camp auf den „El Fuego“ bei strahlendem Sonnenschein

Der Vulkan Acatenango ist 3976 Meter hoch und zählt zu den höchsten Vulkanen Zentralamerikas. Er befindet sich bei Antigua in Guatemala. Ein absolutes Highlight, und was die Besteigung des Acatenangos so besonders macht, ist der Ausblick auf den nur wenige Meter entfernten „El Fuego“, den Nachbarsvulkan, der etwa alle 20 Minuten ausbricht und Feuer spukt. Nicht nur für unsere Kinder, war dieses Erlebnis unvergesslich! In der Nacht, sieht man die Ausbrüche besonders gut.


Touranbieter für die Vulkanwanderung


Tourguide oder auf eigene Faust?

Natürlich könnte man die Vulkanwanderung auch auf eigene Faust, also ohne Tourguide machen. Dafür wäre nur die Eintrittsgebühr von 50 Quetzales (circa 5,70 Euro) am Vulkan selbst zu bezahlen, dort gibt es einen Eingangsbereich mit einem kleinen Häuschen. Davon würde ich aber abraten, denn wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, müsstet ihr euch selber ein Zelt und einen Schlafsack organisieren. Abgesehen davon kann gerade für Kinder die Wanderung sehr anstrengend sein, weshalb es gut ist, einen Guide als Ansprechpartner zu haben. Auch Erwachsenen, die keine gute Kondition haben, sollten die Wanderung nicht alleine machen!


Kinderfreundlichen Touranbieter finden

Schon bevor wir nach Antigua weitergereist sind, haben wir im Internet nach geeigneten Touranbietern gesucht, denn nicht jeder Touranbieter nimmt Kinder auf die Wanderung mit. Manche wollen die Verantwortung nicht übernehmen, oder aber den Guides ist das Tempo dann zu langsam, da Kinder natürlich ein bisschen länger brauchen als Erwachsene.

Selbstverständlich lohnt es sich auch als Familie einen privaten Tourguide zu nehmen. Wir haben eine normale Tour gebucht und sind gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen (Karo & Patrick) den Vulkan hochgewandert. Anfangs hieß es, dass sich keine weitere Person dazugebucht hatte. Im Endeffekt hat sich doch noch ein junger Mann dazugebucht, der etwas nervig war, da uns als Gruppe immer etwas gedrängt hat schneller zu gehen. Im Endeffekt bestieg er zu schnell den Berg und hatte bei Ankunft im Camp massive Kopfschmerzen. 


Was sollte bei der Acatenango-Tour inbegriffen sein:

  • dass der Touranbieter auch Familien mit Kindern mitnimmt
  • alle Eintritte
  • Abholservice von der Unterkunft in Antigua
  • Schlafsack und Zelt im Basecamp
  • Essen (Mittagessen, Abendessen und Frühstück)
  • warme Winterkleidung (kann man bei manchen Anbietern kostenlos ausborgen, auch für Kinder!)
  • Wanderrucksack
  • kompetente/r Guide
  • Möglichkeit den El Fuego zu besteigen
  • jemanden der die Rucksäcke gegen Aufpreis hochträgt
  • Pferd (gerade mit Kindern praktisch)
  • fairer Preis

Schlussendlich haben wir uns für den Touranbieter „ASOAVA“ entschieden. Der Besitzer der Reiseagentur war sehr bemüht und freundlich. Der Guide jedoch, hat uns beim Abstieg vom Vulkan ziemlich gehetzt und hat vergessen unsere Freunde aufzuwecken, die den El Fuego besteigen wollten.

Von einem Tourguide lässt sich natürlich nicht auf alle anderen schließen. Es gibt sicher auch bei diesem Anbieter besser Guides. Besonders toll fanden wir, dass der Touranbieter sogar warme Kleidung, wie Winterjacken, Hosen, Handschuhe und Mützen für unsere Kinder organisiert hat. Wir haben ihm auch mit vielen Nachrichten im Vorfeld gelöchert, die er ehrlich und kompetent beantwortet hat.

Nach der Tour hatten wir keine Unterkunft gebucht und durften netterweise während der Tour unser Gepäck beim Touranbieter verstauen. Unsere Pässe haben wir jedoch in der Unterkunft unserer Freunde aufbewahrt. Ein weiterer Touranbieter, den wir für die Acatenango-Tour empfohlen bekommen haben, ist „C&A Travellers“. Von denen haben wir auch viel Gutes gehört. Weiteres bieten viele umliegende Hostels organisierte Touren an.


Kosten für die Vulkanwanderung

Insgesamt hat uns die gebuchte Vulkanwanderung 1150 Quetzales gekostet (~circa 125 Euro). Pro Erwachsenen haben wir 350 Quetzales, für Nunu 100 Quetzales und das Pferd (One-way) 350 Quetzales bezahlt. Schmusa (1,5 Jahre alt) durfte kostenlos mit, und bekam ebenso ihre eigene Verpflegung. Auch die Wanderrucksäcke, Winterkleidung, Essen, Zelt, Schlafsack, als auch alle Eintritte waren im Preis inkludiert.

Also sehr, sehr günstig! Die Preise variieren natürlich und sind auch von der Saison abhängig. Wir haben es auf jeden Fall als sehr günstig empfunden. Natürlich haben wir unseren Guides (beim Aufstieg waren mehrere wegen dem Pferd mit) auch extra Trinkgeld gegeben! 


Packliste für die ganze Familie: Ausrüstung & Ausstattung

  • Babytrage
  • Windeln
  • Reiseapotheke
  • warme Kleidung
  • stabile Schuhe
  • Regenschutz
  • Snacks
  • Wasser
  • Klopapier
  • Taschenlampe

Was du auf keinen Fall vergessen darfst, wenn du mit Baby oder Kleinkind eine längere Wanderung machst, ist eine Babytrage oder Kraxe. Da wir immer nur mit einem Handgepäckskoffer verreisen und Kraxen relativ unpraktisch finden, haben wir immer unsere Omni Babytrage von Ergobaby mit.

Weiters hatten wir natürlich Windeln, eine passende Reiseapotheke und warme Kleidung für den nächsten Tag mit. Auf dem Vulkan kühlt es nachts sehr ab, weshalb es wichtig ist warme Kleidung mitzuhaben. Auch ein zweites paar Socken haben wir für die Kinder extra eingepackt. Für die Wanderung selbst reichen stabile Sneaker. Einen Regenschutz sollte auch im Gepäck sein. Bei uns hat es nachts sehr stark geregnet.

Auch ein paar extra Snacks, wie Schokolade, Müsliriegel und Bananen hatten wir mit, um genügend Energie für die Wanderung zu haben. Empfohlen ist es, zwischen 3-4 Liter Wasser pro Person mitzunehmen! Bei vielen Touren wird nämlich ein Teil des Wasser zum Kochen verwendet. Wir hatten Glück und mussten das Wasser zum Kochen nicht extra mitnehmen, weshalb wir circa 4 x 1,5 Liter Flaschen mithatten.

Das war auch einer der Gründe, weshalb wir ein Pferd mithatten, da einer von uns Schmusa in der Trage hatten, einer unseren Wickelrucksack von Lässig und der andere den großen ausgeborgten Wanderrucksack. Dies wäre sonst zu viel gewesen. Entweder wurde Nunu oder der große Rucksack bergauf transportiert.

Auch Klopapier und eine Taschenlampe (wir hatten eine am Handy) sollte man mitnehmen. Bergab war natürlich weniger zu tragen, da ein Großteil des Essens und des Wassers schon weg waren. 


Ablauf der Vulkanwanderung


Der Vorbereitung

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Vorbereitung der Ausrüstung für den Aufstieg

Gegen 8 Uhr morgens wurden wir von einem Shuttle von unserem Hostel abgeholt und sind zum Haus unseres Touranbieters gefahren, welches circa 1 Stunde von Antigua entfernt ist. Wir wurden von ihm und seiner lieben Familie herzlich willkommen geheißen. Schmusa und Nunu haben gleich mit seinen Kindern gespielt, während wir unsere Sachen bei ihm im Haus verstaut haben.

Anschließend haben wir uns mit Winterjacken, Mützen, Schal und co ausgerüstet. Auch einen Wanderrucksack und warme Kinderkleidung hat uns der Agenturbesitzer geborgt. Mit uns haben die Tour nur drei andere Personen gemacht: ein Pärchen, welches wir von Instagram kannten und ein junger Mann aus Polen. Nachdem wir unsere ganze Ausrüstung beisammen hatten, fuhren wir mit dem Shuttle noch weitere 10 Minuten bis zum Einstieg der Wanderung.

Der Aufstieg

Beim Einstieg gibt es übrigens für 5 Quetzales (~50 Cent) Wanderstöcke zu kaufen. Kauft euch unbedingt welche, da der Stock den Aufstieg wesentlich erleichtert. Auch für Nunu haben wir einen Stock gekauft.

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Unser Pferd für den Aufstieg. Den Kindern hat richtig gefallen darauf den Berg zu bereiten.

Unser Pferd, welches unser Touranbieter für den Aufstieg organisiert hat, hat auch schon mit den drei Guides auf uns gewartet. Das Pferd hat abwechselnd Nunu oder einen unserer Rucksäcke getragen. Nach den ersten 20 Minuten haben wir schon die erste kurze Pause gemacht, da es schon steiler bergauf ging und anspruchsvoller wurde.

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Unser Mittagessen: Hühnchen, Reis, Mais, Avocado, Banane und ein Apfel

Zu Mittag machten wir eine längere Pause (circa 25 Minuten) und haben zu Mittag gegessen. Es gab Hühnchen mit Reise und Gemüse, welches wir in kleinen Lunchpaketen schon in der Unterkunft unseres Touranbieters bekommen haben. Für Vegertarier:innen gab es dasselbe Lunchpakter nur mit mehr Gemüse, statt Hühnchen. Wir fanden das Essen sehr gut. Auch ein Apfel und eine Banane waren inkludiert. Wir haben circa drei weitere kurze Trink- und Fotopausen gemacht. Die Landschaft war unglaublich schön.

Die Wanderung war anspruchsvoll, aber gut machbar, da wir die letzten 1,5 Jahre davor oft mit Nunu und Schmusa wandern waren, hatten wir (vor allem Nunu) eine gute Kondition. 

Wichtig ist, ganz viel während des Aufstiegs zu trinken und langsam zu gehen! Viele Touristen unterschätzen die Höhe und denen wird dann ganz schön übel. Andere bekommen auch schreckliche Kopfschmerzen. Da wir langsam und gemütlich hinaufgewandert sind, hatten wir keine Probleme. Der junge Mann hingegen, ist den Berg hinaufgesprintet und hatte den ganzen Abend schreckliche Kopfschmerzen und Übelkeit.

Auch Höhenkrankheit kann hierbei eine große Rolle spielen. Mit Nunu waren wir ja schon auf Machu Picchu und den Rainbow Mountains (über 5000 , wo er zum Glück auch nicht höhenkrank war. Nunu ist circa zwei Stunden selber gewandert und Schmusa haben wir überwiegende in unserer Babytrage getragen.

Nach etwa 5 Stunden sind wir in unserem Base Camp angekommen. 

Abends im Base Camp

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Zubereitung unseres Abendessen im Basecamp

Im Base Camp angekommen, haben wir zuerst unsere schon aufgebauten Zelte bezogen. Die Zelte waren super gut ausgestattet: kuschelige Schlafsacke und Isomatten für uns alle vier. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, gab es auch schon das Abendessen am Lagerfeuer: Spaghetti mit Tomatensoße. 

Als Dessert haben wir sogar Marshmallows über dem Lagerfeuer gegrillt. Für Nunu war dies natürlich besonders aufregend. Leider hat es stark zu regnen begonnen, weshalb wir in unsere Zelte gegangen sind. Unsere Freunde kamen zu uns ins Zelt, wo wir noch getratscht haben und auf die Vulkanausbrüche des El Fuegos gewartet haben. Gegen 23 Uhr hat uns unser Guide noch heiße Schokolade zum aufwärmen gemacht. Natürlich trugen wir alle dann unsere Winterjacken und warme Hosen, da es immer mehr abkühlte.

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Aussicht vom Camp auf den ausbrechenden „El Fuego“ in der Nacht

Alle 20 Minuten brach der El Fuego aus und die Kinder und wir waren begeistert von dem lavaspuckenden Vulkan. Ein absolutes Highlight! Diese Erfahrung war unglaublich und wir werden uns sicher ein Leben lang daran erinnern. Schmusa war dann kurz vor Mitternacht eingeschlafen. Nunu eine halbe Stunde später. Die Kinder haben sehr gut geschlafen und auch ich habe ein paar Stunden schlaf abbekommen. Normalerweise hätte uns der Guide gegen 4 Uhr morgens wecken sollen, da unsere Freunde und Philip auf den Gipfel wandern wollten, um der Lava etwas näher zu kommen. Leider hatte er verschlafen.

Morgens im Base Camp und Abstieg

Am nächsten Morgen war der Himmel ganz klar, als hätte es nicht geregnet. Zum Frühstück gab es Cornflakes, Kakao und Apfel. Die Kinder tollten herum und wir beobachteten noch etwas den rauchenden Vulkan. Übrigens gibt es eine selbstgebaute Outdoor-Toilette (eine Kabine mit gegrabenen Loch). Nachdem wir unsere Sachen zusammengepackt hatten, machten wir uns für den Abstieg bereit.

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Beim Abstieg machten wir gefühlt viel weniger Pausen und keine lange, obwohl wir eine gebraucht hätten. Leider hatte uns der Guide mehr oder weniger runtergehetzt, was wir, vor allem unsere Freunde, als sehr unangenehm empfanden. Den Abstieg machten wir übrigens ohne Pferd, denn die anderen Guides, nahmen es bei ihrem Rückweg gleich mit.

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Schmusa beim Abstieg vom Vulkan! Sehr fleißig sind sie gegangen bzw. wollten gehen 🙂

Der junge Mann, der den Tag davor Medikamente genommen hatte, weil er so Kopfschmerzen hatte, war den Berg wieder hinuntergesprintet und hatte sich beim Guide beschwert, dass wir so langsam waren. Das haben wir jedoch ausgeblendet und sind unser Tempo bergab gegangen.

Der Abstieg hat circa 3 Stunden gedauert und Nunu ist die gesamte Strecke selbst gegangen. Wir waren unglaublich stolz auf ihn! Unsere Freunde haben etwas länger gebraucht, da einer der beiden viel zu enge Schuhe anhatte und Beinschmerzen hatte. Nachdem wir angekommen waren, hatte schon unser Transfer gewartet, der uns zurück zum Haus des Touranbieters gebracht hat. Nachdem wir unsere Sachen geholt haben, und Jacken usw zurückgegeben hatten, ging es wieder zurück nach Antigua.


Fazit: Acatenango Vulkanwanderung mit Kleinkind und Kind

Die Vulkanwanderung auf den Acatenango war für uns ein großartiges und einzigartiges Erlebnis und ein Highlight unserer Guatemala Reise. Auch unser Sohn Nunu schwärmt noch heute davon. Empfehlen würde ich die Tour jedoch nur Familien mit Kindern, die wirklich viel Wandern gehen und eine gute Kondition haben, da diese sonst nicht schaffbar ist. Das wir ein Pferd für den Aufstieg genommen haben, war eine sehr gute Entscheidung, da sonst der Abstieg am nächsten Tag, um einiges schwieriger gewesen wäre.

Auch mit Kleinkind im Gepäck haben wir die Wanderung toll gemeistert. Achtet unbedingt darauf genügend Wasser, Snacks und warme Kleidung mitzunehmen. Auch eine Babytrage solltet ihr unbedingt mithaben, falls ihr die Wanderung mit Baby oder Kleinkind machen möchtet. 

Wir würden die Wanderung auf jeden Fall wieder machen, auch wenn sie zeitweise sehr anstrengend war! Der Blick auf den feuerspuckenden El-Fuego war jeden einzelnen Schritt wert.

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