In den Sommerferien 2024 haben wir gemeinsam mit unseren drei Kindern auf eigene Faust die Mongolei bereist. Zum Reisezeitpunkt waren Nunu 8 Jahre alt, MC 4 Jahre und Baby Baozi gerade einmal 7 Monate alt. Mit Baby und zwei Kindern im Gepäck haben wir uns ein Auto gemietet und haben das Land für 12 Tage bereist. Wir sind alleine als Familie durch die Wüste Gobi gefahren, haben in Yurten geschlafen und mit unserem kleinen Zelt im nirgendwo gecampt. Die Mongolei, mit seinen atemberaubenden Landschaften und liebenswerten Einwohner:innen hat unser Herz erobert. Im Beitrag findest du die wichtigsten Tipps für eine Mongolei-Reise mit Kindern und unsere Reiseroute.
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Vorbereitungen und Infos für Mongolei Reisen mit Kindern
Wer die Mongolei mit Kindern und ohne Guide bzw. Fahrer, sondern auf eigene Faust bereisen möchte, sollte sich auch auf längere Autofahrten durch Flüsse, Sand und die schönsten Landschaften einstellen. Wir sind wir meist 2,5-3 Stunden am Stück höchsten gefahren, was auch unser Baby gut mitgemacht hat. Vorab gebucht hatten wir nur unsere Flüge von Peking.
Da es in der Wüste auch im Juli kühler sein kann, haben wir für Baby Baozi einen Woolwalk-Anzug eingepackt und auch unsere Regenjacken für die Kinder mit dabei. Was wir nicht vorab gebucht haben, und sich in der Hauptsaison als Fehler herausgestellt hat, war der Mietwagen. Aber dazu komme ich noch. Unser Camping-Equipment: Zelt, Gaskocher, Schlafsäcke und co haben wir alles bei einem lokalen Markt sehr günstig besorgt.

Falls du nicht gerne Auto fährst, würde ich dir eine Mongolei-Reise über einen Reiseverantstalter bzw. mit einer Tour empfehlen, und nicht auf eigene Faust. Handyempfang gibt es nicht immer und auch die Routen über Google-Maps sind nicht immer am ersten Blick erkennbar.
>> Mehr Infos zur „Mongolei Reiseplanung mit Kindern“
Günstiger Mietwagen für die Mongolei
Wie schon erwähnt, sind nur circa 5 Prozent aller Touristen, die die Mongolei bereisen „Selbstfahrer“, die meisten Touristen fahren mit einer Reisegruppe bzw. mit einem Fahrer und Guide. Wir haben sehr spontan beschlossen, selbst zu fahren und das mit unseren drei Kindern, welche zum Reisezeitpunkt 8 Jahre, 4 Jahre und Baby Baozi sogar erst 7 Monate alt war.
Natürlich ist uns gleich mal ein Fehler passiert, da wir doch ein bisschen zu spontan in unserem Denken waren:
Juli und August ist absolute Hochsaison in der Mongolei, wo die meisten Touristen kommen, um das Land zu bereisen. Auch das bekannte Nadaam-Festival findet im Juli statt, welches sehr beliebt ist. In meiner Naivität, dachte ich wir konnten in der Hauptstadt Ulaanbatar landen, und spontan einen Mietwagen buchen. Dem war überhaupt nicht so. Wir haben circa 20 Mietwagenfirmen und Touranbieter angerufen und alle Autos waren schon gebucht.
WICHTIG: Buchungsplattformen wie billigermietwagen.de und co existieren in der Mongolei (noch) nicht!
Durch den Tipp eines Bekannten, der im Jahr zuvor die Mongolei bereist hatte, haben wir von einem Touranbieter seinen allerletzten Mietwagen bekommen, zwar kein 4×4 (also ohne Allrad), jedoch einen Toyota Landcruiser, den wir für 90 USD pro Tag aushandeln konnten. Mit dem Fahrzeug sind wir quer durch das Land gereist und waren mit unseren drei Kindern wildcampen. Nur einmal sind wir im Sand stecken geblieben, wo zum Glück Reisegruppen vorbeikamen und uns rausgezogen haben.

Tipp: Bucht euren Mietwagen so früh wie möglich, um einen guten Tipp zu bekommen und am besten Allrad! Dasselbe gilt für individuelle Touren mit Fahrer und Guide.
>> Mit dabei hatten wir unsere Reisekindersitze
12 Tage durch die Mongolei mit Kindern: Unsere Route
Die meisten haben uns gefragt, wie wir die Wege in der Mongolei gefunden haben bzw. die Yurten-Camps in denen wir übernachtet haben. Da wir oft keinen Handyempfang hatten, sind wir meist mit GPS gefahren. Highways gibt es noch keine, werden jedoch gebaut, was das Fahren so abenteuerlich macht. Auch von unserem Autovermieter, der auch Touren anbietet, haben wir viele Tipps bekommen und konnten ihn anrufen, wenn wir Tipps für Gear-Camps gebraucht haben. Er war echt eine große Hilfe und superlieb!
Meist sind wir mit unseren Kindern 2,5-3 Stunden am Stück gefahren, was gut gepasst hat. Wir haben versucht die Schlafenszeit von Baby Baozi dafür zu nutzen. Unser Ziel war die Wüste Gobi, eine der schönsten Orte, die wir je bereisen durften.
Anreise nach Ulaanbaatar
Da es von Wien aus keine direkten Flugverbindungen in die Mongolei gibt, sind wir von Wien aus über Peking in die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar geflogen und so auch wieder retour. Wir haben die 15 Tage visafrei genutzt, um auch eine China-Rundreise mit unseren Kindern auf eigene Faust zu machen. Von Frankfurt aus gibt es mit der mongolischen Airline MIAT auch einen Direktflug nach Ulaanbaatar.
Flug von Wien nach Ulaanbaatar mit Mongolian Airlines (MIAT)
Da es von Wien aus keine Direktflüge in die Mongolei gibt, haben wir unsere Reise in die Mongolei mit Kindern, mit einer China-Rundreise verbunden. Im Sommer 2024 konnte man nämlich China für 15 Tage am Stück ohne Visa bereisen, wo wir uns als 5-köpfige Familie knapp 500 Euro und jede Menge Zeit gespart haben.
So sind wir von Wien mit Hainan Airlines zuerst von Wien nach Berlin geflogen und von dort weiter direkt nach Peking. Nachdem wir 4 Nächte in Peking verbracht hatten, ging es mit Mongolian Airlines weiter nach Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei.
Mongolian Airlines (MIAT) ist eine super familienfreundliche Airline. Für unser Baby haben wir sogar eigene Baby-Snacks erhalten und die mongolische Familie die neben und saß war superlieb. Auch bei unserem kurzen Flug von 2 Stunden und 15 Minuten haben wir sogar Sandwiches und Getränke an Board erhalten. MIAT können wir auf jeden Fall weiterempfehlen!

Die Familie neben uns hat uns Geld für Baby Baozi geschenkt, was wir anfangs nicht annehmen wollten. Da sie darauf behaart haben, dass dies eine Tradition sei, nahmen wir es schlussendlich an. Am Flughafen hat die Oma der Familie noch Süßigkeiten für Nunu und MC gekauft. Mit der Mutter haben wir Nummern ausgetauscht, da sie uns ihre Hilfe für die Reiseplanung anbot.
Vom Flughafen Ulaanbaatar in die Stadt
Die Einreise in die Mongolei hat keine 5 Minuten gedauert. Der neue Flughafen in Ulaanbaatar ist sehr modern und übersichtlich gestaltet. Hier könnte man auch gleich SIM-Karten kaufen, die jedoch teurer sind, als die, die wir in der Stadt gefunden haben. Für 2,50 Euro sind wir mit dem öffentlichen Flughafen Richtung Ulaanbaatar gefahren. Kinder fahren kostenlos. Da jedoch gerade der direkte Bus nicht gefahren ist, mussten wir einmal umsteigen und haben aufgrund von Stau fast zwei Stunden zu unserer Unterkunft gebraucht. Im Bus haben wir eine liebe Mongolin kennengelernt, die uns genau erklärt in welchen Bus wir umsteigen müssen.

Tag 1: Ulaanbaatar
Nachdem wir unser Hostel bezogen hatten, haben wir mal einen Spaziergang durch die Altstadt gemacht und haben uns eine SIM-Karte von Skytel besorgt. Anschließend haben wir noch beim Minimarkt GS25, den wir schon aus Südkorea kannten, ein paar Snacks besorgt. Nachdem wir noch keinen Mietwagen hatten, haben wir alle Anbieter durchtelefoniert, jedoch waren alle ausgebucht. Durch einen Kontakt haben wir schlussendlich doch noch einen Mietwagen ergattern können. In der Shangri-La Mall haben wir noch Windeln besorgt und eine Kleinigkeit gegessen, bevor wir den Abend am Rio Tinto Spielplatz, im neuesten und schönsten Park Ulaanbaatars haben ausklingen lassen.


Am Rio Tinto Spielplatz gibt es tolle Spielgeräte für Kinder und Kleinkinder jeden Alters in einem sehr modernen und guten Zustand. Nunu war vor allem vom neuen Skatepark sehr beeindruckt. Es lohnt sich auch durch den Park zu spazieren. Abends ist sehr viel los, weil alle Familien mit ihren Kindern hier den Abend ausklingen lassen. Nebenan gibt es noch einen Freizeitpark mit Achterbahnen und Co. für Kinder, den wir jedoch nicht besucht haben.


Gewohnt haben wir die erste Nacht in einem einfachen aber super netten Guesthouse, in dem wir auch unsere Wäsche haben waschen lassen.
Unsere Unterkunft: City Guesthouse & Tours
Empfohlene Nächte: 2 (eine bei Anreise, eine bei Rückreise – wir blieben auch 2)
Tag 2: Ulaanbaatar & Weiterreise nach Luus
Morgens gab es French Toast und Tee im Hostel zum Frühstück, wo wir viele andere Reisende kennengelernt haben. Ein Mann aus Korea hat unsere Kinder mit Geschenken überhäuft. Auch die Mitarbeiter:innen des Hostels waren super lieb und haben mit Baby Baozi und den Kids lieb gespielt.


Pünktlich um 9 Uhr hat uns Nur, der Besitzer einer Reiseagentur, der uns auch das Auto vermietet hat, den Mietwagen zugestellt: einen Toyota Landcruiser. Er hat uns sogar seine letzten zwei Schlafsäcke und eine Campingmatte geborgt. Nachdem wir ausgecheckt hatten, ging es daher für uns zum Local Market, wo wir für 120 Euro ein Zelt und weitere Camping-Utensilien gekauft hatten, da wir unbedingt mit unseren Kindern auf unseren Mongolei-Roadtrip wildcampen wollten. Gegenüber vom Markt haben wir einen günstigen mongolisch-koreanischen Imbiss „Tata“ gefunden, wo wir für uns insgesamt 8 Euro zu Mittag gegessen haben.



Bei Carrefour haben wir noch Lebensmittel eingekauft, bevor wir etwa 3,5 Stunden zu unserem ersten Wildcamping-Spot kurz nach Luus gefahren sind. Dort haben wir unser Zelt aufgeschlagen und die erste Nacht verbracht. Weit und breit war keine andere Menschenseele zu sehen – seitdem hat Wildcampen für uns eine ganz neue Bedeutung. Selbst unsere Kinder waren begeistert von der Ruhe, den Tieren und der beeindruckenden Landschaft.

Unsere Unterkunft: Wildcampingspot in Luus
Empfohlene Nächte: eine Nacht (Durchreise)
Tag 3: White Stupa & Yolyn Am
Morgens wurden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt und haben die erste Nacht gut überstanden. Alle drei Kinder haben super geschlafen, nur ich hatte weniger Schlaf, weil ich nachts immer wieder Geräusche gehört habe. Nach einem schnellen Frühstück mit Porridge sind wir weitergefahren.
Nachdem wir das Zelt abgebaut hatten, ging unser Roadtrip weiter zur White Stupa (Tsagaan Suvarga), einer bis zu 60 Meter hohen und 400 Meter langen Felsformation. Man kann dort auch in ein abgegrenztes Gebiet weiterfahren, aber das haben wir ausgelassen – es hatte 34 Grad und wir sind kurz davor stehengeblieben und haben uns die Landschaft mit der Drohne angesehen.

Direkt bei der Kassa, wo man Eintritt zahlen müsste, gibt es einen kleinen Minimarkt mit Getränken, Eis und Snacks – praktisch, wenn der Hunger kommt.

Danach ging’s weiter nach Dalandsadgad. Die Kinder haben dort auf einem Spielplatz gespielt, um sich die Beine zu vertreten. Gefühlt gibt es in jedem kleinen Ort in der Mongolei einen Spielplatz. Zum Mittagessen waren wir im Khan Bolor Hotel & Restaurant – für 38.000 MNT (etwa 11 Euro) gab es mongolische Küche. Die meisten Restaurants in der Mongolei bieten übrigens mongolische oder koreanische Speisen an, da viele Tourist:innen aus Südkorea kommen.

Auch Tanken und ein kurzer Einkauf im Supermarkt standen in dem Ort noch am Plan. Dort gab es sogar Babygläschen und einen Bankomaten.
Anschließend ging’s weiter in den Yolyn-Am-Nationalpark. Wir haben 5.000 MNT Eintritt pro Person bezahlt (Kinder kostenlos). Die meisten kommen wegen des Gletschers, den wir aber ausgelassen haben – wir hatten kein passendes Schuhwerk mit und es wäre zu rutschig gewesen. Zufällig haben wir unser Zelt direkt bei einer Feuerstelle aufgebaut und dort ein Lagerfeuer gemacht.

Wir haben so viele Tiere gesehen – Bartgeier, Murmeltiere und Nunu hat sogar einen Fuchs entdeckt. Geschlafen haben wir unter einem glasklaren Sternenhimmel. Für die Kinder war das einer ihrer Lieblings-Wildcampingplätze in der Mongolei.
Tag 4: Übernachten in der Wüste Gobi mit Kindern
Nach dem Frühstück und dem Abbau unseres Zeltes sind wir weiter in die Wüste Gobi gefahren. Die längeren Autofahrten von bis zu drei Stunden haben wir meist auf die Mittagszeit gelegt, damit Baby Baozi seinen Mittagsschlaf machen konnte. Nunu (8) und MC (4) stören längere Strecken kaum – wir hören gemeinsam Kinderlieder und Geschichten und beobachten die vorbeiziehende Landschaft, wo immer wieder Schafe, Kamele oder andere Tiere auftauchen.
Mittagessen in Bayandalai
Bevor es weiter zu den Sanddünen ging, haben wir im kleinen Ort Bayandalai eine neue SIM-Karte gekauft und in einem Restaurant koreanisch zu Mittag gegessen. Da in der Wüste Gobi nur der Mobilanbieter Mobicom Empfang bietet, hat uns unser Mietwagenvermieter Nur telefonisch geholfen, eine passende SIM-Karte zu bekommen. Während wir gegessen haben, spielten die Kinder mit einem elektrischen Auto von einem anderen Kind im Café nebenan. Dort haben wir auch eine koreanische Reisegruppe getroffen.



Tipp: Viele Reisegruppen reservieren im Voraus in den wenigen verfügbaren Restaurants, deshalb kann es zu längeren Wartezeiten kommen, am besten gleich bei der Ankunft bestellen.
Zu Besuch bei einer Nomadenfamilie
Auf dem Weg zu den Sanddünen in der Wüste Gobi sind wir durchs völlige Nirgendwo gefahren und spontan bei einer Nomadenfamilie stehengeblieben, weil wir Kinder vor der Jurte gesehen haben. Die Familie hat uns sofort herzlich empfangen und in ihre Jurte eingeladen. Mit Hilfe von Google Translate konnten wir uns gut verständigen.

Die Großeltern haben uns Stutenmilch (vielleicht war es auch Kamelmilch) und selbstgebackenes Brot angeboten. Wir hatten kleine Geschenke dabei, die wir ihnen überreicht haben. Nunu hat mit den älteren Kindern Basketball gespielt und Baby Baozi war, wie so oft, das Highlight.

Die Kinder waren übrigens alle Enkelkinder, die über die Sommerferien von Ulaanbaatar zu ihren Großeltern aufs Land geschickt wurden – eine gängige Praxis in der Mongolei, da viele Eltern während der Ferienzeit arbeiten. Es war eine ganz besondere und herzliche Begegnung.
Sanddünen und Übernachtung im Ger-Camp in der Wüste Gobi
Nachdem wir quer durch die Wüste gefahren sind, sind wir leider im Sand stecken geblieben. Zum Glück kam nur zwei Minuten später die koreanische Reisegruppe vorbei, die wir zuvor im Restaurant getroffen hatten, und hat uns mit ihrem Allradfahrzeug rausgezogen. Ohne Allrad durch den Sand zu fahren, ist echt nicht ohne.

Kurz vor den Dünen gibt es eine Passage, für die wir 8.000 MNT Eintritt bezahlt haben – Kinder müssen oft nichts zahlen. Übernachtet haben wir dann im Ger Camp, da Wildcampen in der Sandwüste nicht erlaubt ist. Unsere Familien-Yurte für fünf Personen hat nur 36 Euro gekostet. Die Besitzer haben uns herzlich empfangen und gleich auf einen Tee eingeladen.


Zu den Sanddünen kann man entweder zu Fuß oder mit dem Kamel vom Camp aus gehen. Fürs Sandboarding kann man sich vor Ort auch Ausrüstung ausborgen.


MC hat sich sogar kurz aufs Kamel getraut. Abendessen und Frühstück kann man im Camp dazubuchen, wir haben aber selbst gekocht. Geduscht wird mit wenig Wasser – aber das Erlebnis war für uns alle etwas ganz Besonderes.
Unser Ger-Camp: Duuren Guesthouse Camp
Tag 5: Naadam Festival in Bulgan und Besuch der Flaming Cliffs
Nach dem Frühstück ging unsere Reise weiter nach Bulgan, wo wir zu Mittag gegessen und in einem Einkaufszentrum noch Lebensmittel eingekauft haben. Anschließend haben wir das Naadam Festival besucht, ein echtes Erlebnis mit traditionellem Sport, Musik und Feststimmung.
Naadam Festival in Bulgan
Das Naadam Festival ist das wichtigste traditionelle Fest der Mongolei, bei dem sich alles um die “Drei Spiele der Männer“ – Ringen, Pferderennen und Bogenschießen dreht. Es findet jedes Jahr im Juli statt und ist tief mit der nomadischen Kultur verwurzelt. Heute dürfen übrigens nicht nur Männer, sondern auch Frauen und junge Mädchen teilnehmen.


Wir hatten richtig Glück, genau zu dieser Zeit mit unseren Kindern in der Mongolei zu sein und das Festival in Bulgan hautnah mitzuerleben. Nunu durfte sogar selbst das Bogenschießen ausprobieren. Ein unvergesslicher Einblick in die mongolische Kultur. Vor allem die schönen traditionellen Kostüme der Mongol:innen haben uns sehr beeindruckt.

Als ein Sturm aufzog, sind wir weiter Richtung Flaming Cliffs gefahren, wo wir in einem kleinen Gear Camp einer Nomadenfamilie übernachtet haben.
Flaming Cliffs (Bayanzag)
Nur 50 Minuten von Bulgan entfernt befinden sich die Flaming Cliffs, auch bekannt als Bayanzag. Diese atemberaubende Landschaft ist nicht nur für ihre roten Sandsteinfelsen bekannt, sondern auch für die Dinosaurierfossilien, die hier entdeckt wurden, darunter die ersten Dinosauriereier der Welt.

Wenn du die Flaming Cliffs besuchen möchtest, dann am besten zum Sonnenuntergang, da die Farben zu dieser Zeit unglaublich sind. So haben wir es auch gemacht, nachdem der Sturm vorüber war.
Gegen Abend sind wir vom Ger Camp zu den Flaming Cliffs gefahren. Der Eintritt betrug etwa 10.000 MNT (ca. 3 Euro) pro Person. Für die Kinder mussten wir nichts bezahlen. Baby Baozi hatte ich in der Trage und gemeinsam mit MC und Nunu konnten wir die Felsen genau zum Sonnenuntergang in intensiven Orange- und Rottönen bewundern. Unsere Kinder durften an ungefährlichen Stellen auch ein wenig herumklettern.

Vor Ort gibt es Toiletten und ein Café mit Siebträgermaschine. Wir haben uns dort noch einen Iced Americano & Cappuccino gegönnt.
Am Abend haben unsere Kinder noch mit den Kindern der Nomadenfamilie gespielt. Die Jurte hat mit insgesamt 48 Euro inklusive einer Portion Abendessen, wir haben Tsuivan ausprobiert, zu den teureren Unterkünften unserer Mongolei-Reise gehört.

In der Nacht haben Philip und ich nach dem Arbeiten noch den glasklaren Sternenhimmel beobachtet, einer der schönsten, die wir je gesehen haben. Auch ein paar Wüstenspringmäuse konnten wir entdecken.
Tag 6: Mandal Owoo und Ongiin Chiid
Nach dem Frühstück haben Nunu und MC noch mit den zwei Mädchen der Nomadenfamilie gespielt, bevor wir 2,5 Stunden weiter nach Madal Owoo gefahren sind, ein kleines mongolisches Dorf. Dort haben wir in einem kleinen einheimischen Lokal zu Mittag gegessen, das einer älteren Dame gehörte. Sie hat uns gezeigt, wie man Khuushuur, gefüllte Teigtaschen, zubereitet. Im Lokal gab es sogar Spielzeugautos für Baby Baozi zum Spielen.


Kloster Ongiin Chiid
Nach der Stärkung ging es nochmals 2,5 Stunden weiter nach Ongiin Chiid, wo sich eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Dorfes befindet, die gleichnamige Klosteranlage. Diese wurde 1937 größtenteils im Zuge des Kriegs zerstört.


Wir hatten das Glück, dass gerade ein Mönch vor Ort war und eine Zeremonie abhielt. Das war richtig spannend zum Ansehen. Der Lamaismus ist die traditionelle Religion der Mongol:innen und gilt als die tibetische Variante des Buddhismus. Der Eintritt ins Kloster hat übrigens 10.000 MNT pro Erwachsenen gekostet. Für die Kinder war der Eintritt frei.
Wildcamping in Ongiin Chiid
Nur fünf Kilometer weiter fanden wir unterhalb eines Ger-Camps einen wunderschönen Wildcamping-Spot direkt an einem Fluss. Das Coole war, dass dort auch eine Familie lebte, die sogar einen Basketballplatz hatte. Nunu spielte natürlich sofort mit den Kindern Basketball und ging anschließend mit seinen neuen Freunden im Fluss baden.


Zufällig war auch ein deutsches Pärchen in dem Ger-Camp, mit dem wir später noch im Camp ein paar Drinks tranken. Die Kinder bekamen von der Besitzerin selbstgemachte Seife in Dinoform.

Tag 7: Fahrt nach Orkhon Valley
Am nächsten Morgen haben wir mit Blick auf die Wildpferde gefrühstückt, die gerade aus dem Fluss Wasser tranken. Diesen Wildcamping-Spot werden wir niemals vergessen.

Leider hatte unser Baby Baozi in der Nacht etwas Fieber bekommen, zum Glück haben wir immer eine Reiseapotheke mit dabei.
Im nächstgrößeren Ort Arvaikheer haben wir im Sansar Center, einer kleinen Mall, einen Großeinkauf gemacht und zu Mittag gegessen. Auf dem WC des Einkaufszentrums gab es sogar einen Wickeltisch. Babynahrung und Windeln haben wir übrigens auch in kleineren Dörfern problemlos gefunden.

Nach insgesamt sechs Stunden Fahrzeit inklusive Einkaufspause sind wir im Orkhon Valley angekommen. Wildcampen fiel diesmal aus, da nur zehn Grad und Regen angesagt waren und mit fieberndem Baby war das suboptimal. Deshalb haben wir in einem Tourist-Camp übernachtet, das uns unser Autovermieter empfohlen hatte, der gerade selbst dort auf Urlaub war.

Hier hatten wir unsere erste warme Dusche mit starkem Strahl seit über einer Woche. Die Nacht im Tourist-Camp hat 40 Euro gekostet. In der Jurte gab es sogar eine Heizung.
Tag 8: Orkhon Valley Wasserfall und Weiterreise nach Tsenkher Hot Springs
Am nächsten Morgen haben Nunu und MC noch mit den anderen Kids im Camp gespielt. Baby Baozi ging es schon viel besser und hatte kein Fieber mehr. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Camp waren so herzlich zu unseren Kindern, dass Nunu und MC unbedingt im Restaurant beim Tisch abräumen mithelfen wollten. Alle Mongol:innen, die wir kennenlernen durften, waren einfach unglaublich lieb zu uns.
Orkhon Wasserfall
Anschließend sind wir weiter zum Orkhon Wasserfall gefahren. Da gerade Nationalfeiertag war, schien gefühlt halb Ulaanbaatar vor Ort zu sein. Es war richtig schön zu sehen, wie die Familien gemeinsam feierten und Zeit in der Natur verbrachten. Überall wurde gecampt, gepicknickt und sogar Schafe geschlachtet. Wir haben auch eine liebe Familie mit Kindern kennengelernt, deren ältester Sohn Englisch sprach. Ein wunderschöner Ort, den wir natürlich auch mit der Drohne festgehalten haben. Der Wasserfall ist wirklich sehenswert.

Tsenkher Hot Springs
Gerade als wir auf dem Weg zu den Hot Springs waren (ja, in der Mongolei gibt es tatsächlich heiße Badequellen), hat uns unsere mongolische Freundin angerufen – die, die mit ihrer Freundin neben uns im Flugzeug gesessen ist. Sie meinte, dass sie für uns eine Nacht im Resort ihres Schwagers gebucht hat, direkt bei den Tsenkher Hot Springs, und dass sie uns gerne einladen möchten. Wir sollen einfach die Landschaft genießen und es uns gut gehen lassen. Wie großzügig kann man bitte sein?

Die Landschaft ist wirklich der Wahnsinn und abwechslungsreich. Der Weg dorthin ist so spektakulär- sogar durch einen Märchenwald sind wir gefahren. Verrückt ist, dass man die Tsenkher Hot Springs nur über eine 15km lange Offorad-Straße erreicht.
Übernachtung im Duut-Resort mit heißen Quellen
Angekommen im Resort haben wir ein kleines Sommerhäuschen mit zwei Betten bekommen, da wegen des Naadam-Fests alles ausgebucht war. In der Gegend gibt es mehrere Resorts rund um die heißen Quellen. Nunu schlief auf der Campingmatratze am Boden neben uns.

Das Highlight war definitiv der wunderschöne Spielplatz, der Basketballplatz und die Pools mit heißem Quellwasser. Direkt vor dem Eingang fließt ein kleiner Bach, in dem viele Kinder gespielt haben. Ein echtes Naturparadies für Familien mit Kindern in der Mongolei. Nunu und MC haben auch gleich andere Kinder kennengelernt und den ganzen Nachmittag mit ihnen gespielt.

Auch Baby Baozi war in einem der Becken, das nicht ganz so heiß war, baden. Die Kinder hatten riesigen Spaß. Nach Sonnenuntergang bin ich nochmal alleine in die Quellen, diesmal mit lauter Musik, Gesang und Tanz. Die Stimmung war richtig gut.
Übrigens gibt es auch ein größeres Restaurant im Resort. Wir haben aber selbst gekocht.
Tag 9: Wildcampen am Ögii See
Morgens nach dem Frühstück waren wir noch am Spielplatz und sind ein letztes Mal in den heißen Quellen schwimmen gegangen, bevor unsere Reise weiter zum Ögii See ging. Unterwegs hielten wir noch kurz in einem Dorf, dann haben wir direkt am See eine Nacht gecampt.

Rund um den See waren viele Familien unterwegs, es wurde überall gecampt, dementsprechend viel war los. Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass an manchen Stellen leider echt einiges an Müll lag von den Campern.
Philip war mit den Kindern auch noch im See eine Runde schwimmen. Rund um den Ögii See gibt es auch einige Gear-Camps, falls man nicht zelten möchte.
In der Nacht wurde unser Zelt dann von unzähligen kleinen Eintagsfliegen befallen. So viele Fliegen auf einem Fleck haben wir noch nie gesehen. Zum Glück hatten wir einen guten Insektenschutz am Zelt.
Tag 10: Wildcampen im Hustai Nationalpark
Auf dem Weg zu unserem vorletzten Stopp, dem Hustai Nationalpark, haben wir bei einem kleinen lokalen Yurten-Restaurant Halt gemacht. Die Kinder der Besitzerin haben dort beim Kushur-Zubereiten mitgeholfen, und auch die Kids durften mit anpacken. Dabei haben wir ein beeindruckendes Paar aus England kennengelernt, das die Mongolei mit dem Fahrrad bereist hat.

Im Hustai Nationalpark angekommen, haben wir einen wunderschönen Wildcamping-Platz direkt vor dem Eingang gefunden. Da wir keinen Eintritt zahlen wollten, sind wir nicht hineingefahren, sondern haben einfach das Areal davor genossen, inklusive Spielplatz.

Ein besonderes Highlight war für MC die Reitstunde. Damit hat sie sich ihren Wunsch erfüllt, in der Mongolei auf einem Pferd zu reiten. Die Familie, die neben uns gecampt hat, hat uns sogar zwei Fertigsuppen zum Probieren geschenkt. Eine perfekte letzte Nacht im Zelt.

Tag 11: Besuch bei unseren Freunden in Ulaanbatar
Nach unserem letzten Frühstück im Zelt ging es zurück nach Ulaanbaatar, wo wir wieder im selben Hostel wie am ersten Abend geschlafen haben. Dort hat Nur unseren Mietwagen abgeholt, und wir haben noch unsere Freunde in ihrer Wohnung besucht. Weil sie uns die Nacht im Resort geschenkt hatten, wollten wir uns revanchieren, mit einem österreichischen Abendessen, das wir selbst gekocht haben. Dafür hatten wir noch die Zutaten eingekauft: Eiernockerl und Kaiserschmarren.

Der Abend war einfach perfekt. Ihre drei Kinder haben mit unseren gespielt, und wir waren noch gemeinsam am Spielplatz in ihrer Wohnanlage.
Tag 12: Ulaanbatar mit Kindern & Weiterreise nach China
Den letzten Tag unserer Mongolei-Reise haben wir in Ulaanbaatar verbracht. Zuerst waren wir in der Stadt Ramen essen und haben ein paar hippe Cafés wie das Café Kaktus besucht. Überall in der Stadt findet man übrigens die südkoreanische Mini-Markt-Kette GS25, wo wir uns noch mit Snacks eingedeckt haben.
Durch Zufall haben wir in einem Café einen Mongolen kennengelernt, der in Deutschland studiert hat und deshalb Deutsch sprach. Er war mit einer Freundin unterwegs, die Tättowiererin war – und die spontan Philip ein Tattoo gestochen hat, für gerade mal 30 Euro.
Währenddessen war ich mit unserer Freundin Pearl unterwegs, die uns mit dem Auto zu einem Indoor-Spielplatz gebracht hat. Den Kids hat es dort richtig gut gefallen. Der Spielplatz war riesig und hat 20.000 MNT für drei Stunden pro Kind gekostet. Rutschfeste Socken gab es auch dazu.
Am Abend haben unsere Freunde darauf bestanden, uns noch in ihr Lieblings-Hotpot-Restaurant in Ulaanbaatar einzuladen. Danach haben sie uns zum Flughafen gebracht und uns zum Abschied sogar noch kleine Geschenke überreicht. Es fühlte sich an, als würden wir uns schon ewig kennen. Diese Familie hat unsere Mongolei-Reise wirklich besonders gemacht.
Am Flughafen in Ulaanbaatar gibt es übrigens auch einen kleinen Kinderspielbereich. Von dort ging es für uns weiter nach Peking.
Fazit: Mongolei mit Kindern bereisen
Die Mongolei ist ein großartiges Reiseziel mit Kindern für die Sommerferien, denn das ist die wärmste und beste Reisezeit. Seitdem wir mit unseren Kindern in der Mongolei wildcampen waren, hat Wildcampen für uns eine ganz neue Bedeutung bekommen. Nur wenige reisen mit Zelt durch die Mongolei und schon gar nicht mit zwei Kindern und Baby. Genau das hat unsere Reise so besonders gemacht. Oft haben wir kilometerweit keine anderen Menschen gesehen.
Die Mongolei ist nach wie vor ein sehr untouristisches Land. Familien, die Abenteuer und Natur lieben und gerne abseits der bekannten Wege unterwegs sind, werden dieses Land lieben. Wir finden 10 bis 14 Tage ideal, um zum Beispiel die Wüste Gobi und andere Highlights zu erkunden. Autofahren sollte man allerdings mögen, denn wir waren meist 2 bis 6 Stunden pro Tag unterwegs.
Ganz besonders in Erinnerung bleiben uns die herzlichen und gastfreundlichen Menschen. Die Mongolei hat einen festen Platz in unseren Herzen.
Wie viel Budget benötigt man für eine Mongolei-Reise mit Kindern?
Die Mongolei ist an sich kein teures Reiseland, wenn es um Unterkünfte und Essen geht. Was allerdings ins Geld geht, ist die Anreise und der Transfer vor Ort. Da wir als Familie mit kleinem Budget unterwegs waren, haben wir gut gewirtschaftet.
Für unseren Mietwagen haben wir insgesamt 720 Euro bezahlt und wir haben einen Rabatt bekommen, da der Kofferraum leicht beschädigt war. Tanken hat 207 Euro gekostet, Lebensmittel-Einkäufe 243 Euro, Unterkünfte in Yurten und Gear-Camps 190 Euro, Restaurantbesuche 121 Euro, Cafés 34 Euro, Abhebegebühren 13,60 Euro, Aktivitäten 10 Euro. Einmal haben wir sogar 0,27 Euro Maut bezahlt.
Insgesamt hat uns die Reise – ohne Flüge – nur 1.544 Euro für uns fünf gekostet. Für 12 Tage in der Mongolei mit drei Kindern ist das wirklich günstig. Wir haben im Schnitt 61,80 Euro pro Tag ausgegeben.
Weiterführende Artikel
>> Usbekistan mit Kindern: Die besten Vorbereitungstipps!
>> Kirgistan mit Kindern bereisen: Unsere Reiseroute
>> China mit Kindern: Unsere Reiseroute für 15 Tage


