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Kindersitze auf Reisen: 6 wertvolle Tipps

Alle Eltern die mit Baby, Kleinkind oder Kind auf Urlaub fliegen, bzw. reisen möchten, müssen sich mit dem Thema Kindersitz auseinandersetzen. Soll ich einen eigenen Kindersitz für mein Kind selbst mitnehmen? Soll ich ihn beim Mietwagenanbieter buchen? Im Beitrag verrate ich, welche Möglichkeiten und Lösungen es dafür gibt.

1. Kindersitz auf Reisen für Babys: die Babyschale (bis 1 Jahr, bis 13kg)

Solange dein Baby noch in eine Babyschale passt, ist sie auf Reisen die einfachste Möglichkeit. Die Babyschale haben wir nämlich auf jede Reise selbst mitgenommen. In Italien, als Schmusa erst 4 Monate alt war, haben wir spontan beschlossen einen Mietwagen zu mieten und wollten dazu eine Babyschale ausborgen. Begonnen hat es damit, dass es gar keine Babyschalen, sondern erst Sitze ab einem Jahr zum ausborgen gab. Und das um 30 Euro pro Tag, also richtig teuer.

Daher ist es am besten und unkompliziertesten, die Babyschale immer selbst mitzunehmen. Diese kann bei den meisten Fluggesellschaften sogar kostenlos (statt einem Kinderwagen) aufgegeben werden. Am einfachsten nimmt man dafür ein Kinderwagengestell mit Adaptern, wie die Doona-Babyschale oder den Reisebuggy Metro+ inkl. dazu passender Babyschale mit.

Hier nochmal unsere drei Optionen, für Babyschalen auf Reisen, im Detail:

Kinderwagengestell mit Babyschale (Baby- Kindersitz):
Auf unseren ersten Reisen mit Nunu haben wir anfangs unser Kinderwagengestell mit Adaptern und Babyschale mitgenommen. Durch die Adapter kann man die Babyschale am Kinderwagengestell befestigen und damit herumfahren. Unbedingt darauf achten, dass ein Baby nicht zu lange in der Babyschale liegt, weil es für die Ergonomie des Babys, vor allem in den ersten Lebensmonaten, nicht gut ist.

Für den kurzfristigen Transport ist diese Variante jedoch sehr praktisch. Auch die Babywanne haben wir auf manchen Reisen mitgenommen, als er noch nicht sitzen konnte. Es hat sich aber, vor allem bei Flugreisen, als relativ mühsam herausgestellt, da wir immer viel zu viel mitschleppen mussten. Auch im Auto nimmt diese Variante, durch die Babyschale viel Platz im Kofferraum weg. Übrigens, Babyschalen kann man sich günstig beim ÖAMTC ausborgen. Haben wir damals bei Nunu gemacht und hat super funktioniert.

Doona-Babyschale:
Die Doona-Babyschale haben wir uns zugelegt, als Schmusa auf die Welt kam. Diese Babyschale hat ausklappbare Räder, sodass man sie zu einem kleinen Kinderwagen umfunktionieren kann. So sparst du dir die Herumschlepperei eines zusätzlichen Kinderwagengestells. Für uns, die kein eigenes Auto besitzen, und oft auch Carsharing verwenden, war diese Option Gold wert. Das einzige, was du jedoch beachten solltest, wie schon oben erwähnt, dass das Baby nicht zu lange in dem Kindersitz liegen sollte. Zu transportieren auf Reisen, ist die Babyschale jedoch sehr praktisch! Auch diese Babyschale konnten wir auf allen Flügen kostenlos als Gepäcksstück aufgeben.

Doona- Babyschale
Doona-Babyschale

Reisebuggy Metro+ inklusive BeSafe-Babyschale (Baby-Kindersitz)

Meine neue Lieblingsvariante auf Reisen ist die Kombination aus unserem Reisebuggy Metro+ und der dazu passenden BeSafe-Babyschale. So hat man nicht nur eine Babyschale, sondern auch einen Reisebuggy mit verstellbarer Liegefläche. Und das alles (bis auf die Babyschale) im Handgepäcksformat. Die ideale Kindersitzlösung auf Reisen mit Baby im Gepäck.

Ergobaby Metro+ & Babyschale
Reisebuggy Metro+ von Ergobaby inklusive BeSafe-Babyschale

Mit diesen drei Möglichkeiten bist du für jede Reise, egal, ob du mit dem Taxi, eigenem Auto, Carsharing oder Mietwagen unterwegs bist, gut ausgestattet.

Der einzige Nachteil daran ist, dass am Flughafen meist nicht besonders gut mit dem Gepäck umgegangen wird. Wir haben schon oft Kinderwägen und Kindersitze beschädigt am Gepäcksband ankommen sehen. Am besten besorgst du eine passende Schutzhülle dafür, um sicher zu gehen, dass dein Sitz auch heil am Flughafen wieder ankommt.

2. Kindersitz im Mietwagen (ab 1 Jahr, ab 13kg)

Wir standen oft vor der Entscheidung, ob es sich auszahlt einen Kindersitz für Kinder ab einem Jahr selbst mitzunehmen oder beim Mietwagenanbieter auszuleihen. Dieser ist nämlich um einiges schwerer, größer und sperriger, was die Mitnahme komplizierter macht. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es von der Dauer der Reise und der Reiseart abhängt. Bei Langzeitreisen, bei denen wir nicht immer auf einen Mietwagen angewiesen sind, besorgen wir die Kindersitze meist vor Ort.

Für Sitze zwischen 1. und 4. Lebensjahr, also bis zur Sitzerhöhung, haben wir bisher keine faltbaren Kindersitze ausprobiert oder getestet, sondern immer vor Ort gekauft oder ausgeborgt.

2.1 Kindersitz für den Mietwagen selbst mitnehmen?

Einen eigenen Kindersitz würde ich nur mitnehmen, wenn du die ganze Reise über den Sitz brauchst und ihn kostenlos als Gepäcksstück aufgeben kannst. Alles andere ist nur unnötige Schlepperei! Falls du vor hast, deinen eigenen Sitz mitzunehmen, besorge unbedingt eine Schutzhülle dafür, damit er nicht schmutzig wird, bzw. keine Polster vom Sitz abhanden kommen. Das Bodenpersonal geht oftmals nicht sehr sorgfältig mit dem Gepäck um.

2.2 Kindersitz beim Autovermieter mieten

Mietwagen-Portale bieten meistens auch Kindersitze zum Mieten an, dabei gibt es einiges zu beachten: Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass die meisten Portale nur eine Kindersitz-Reservierungsoption haben! Es ist also nicht sicher, dass vor Ort ein Sitz verfügbar ist bzw. in welchem Zustand er sich befindet. Um sicher zu gehen, dass ihr auch garantiert einen bekommt, würde ich nochmals den Vermieter direkt vor Ort kontaktieren (anrufen bzw. Mail schreiben reicht).

Oftmals mussten wir auch nochmal extra, wegen dem Preis nachverhandeln (wie in Jordanien zum Beispiel) oder der Sitz war dreckig bzw. schon etwas mitgenommen.

In einigen Ländern gibt es auch die Möglichkeit Baby-Equipment-Verleihern vor Ort auszuborgen. Hier gibt es die Möglichkeit, außer Kindersitzen noch Kinderwägen, Kinderhochstühle, Fahrradsitze und Co auszuborgen.

Wenn du einen Camper mietest, kannst du dir auch meistens noch beim Vermieter Kindersitze und anderes Equipment dazu buchen.

2.3 Kindersitz vor Ort kaufen

Auf unserer 13-wöchigen MexikoCosta RicaGuatemala-Reise haben wir beschlossen einen Sitz vor Ort zu kaufen, da dies um einiges günstiger war, als einen zu mieten. Kindersitz ausborgen hätte für drei Wochen in etwa das Doppelte gekostet, als ihn zu kaufen. Am Ende der Reise haben wir diesen dann weiterverschenkt. Es macht daher auf jeden Fall Sinn, vor allem in teureren Reiseländern wie Costa Rica, sich durchzurechnen, ob es günstiger ist, einen Kindersitz für den Mietwagen beim Mietwagenverleih zu mieten oder einen beim Supermarkt selber zu kaufen.

3. Reisekindersitze selbst mitnehmen (Sitzerhöhungen ab 15 kg)

Für Nunu haben wir, als er das Gewicht und Alter erreicht hat, praktische Sitzerhöhungen, statt Kindersitz mitgenommen. Diese haben wir jedoch eher nur für kurze Strecken genommen. Hierfür haben wir meist unsere Bubble-Bum Sitzerhöhung oder unseren BoostApak verwendet. Die meisten dieser Sitzerhöhungen gelten ab einem Gewicht von 15 kg.

Die Bubble-Bum bläst sich zu einer Sitzerhöhung auf und hat ein passendes Täschchen dazu, welches du auf deinen Rucksack binden kannst. Der BoostApak hingegen, ist ein kleiner Rucksack, in dem du Spielzeuge verstauen kannst.

Sitzerhöhung von "Bubble Bum"
Sitzerhöhung von „Bubble Bum“

Beide Optionen sind sehr praktisch für unterwegs. Da wir mit Handgepäck reisen, haben wir meist die Bubble-Bum mit dabei. Bei Roadtrips, die wir von Wien aus starten, benutzen wir immer unsere Sitze von ABC- Design.

4. Kindersitz in Taxi, UBER und Flughafentransfer

Bitte erwarte nicht, dass es in jedem Land Taxis gibt, wo du Kindersitze dazubuchen kannst. Dies ist wohl eher für westliche Länder eine Option. In Wien zum Beispiel, gibt es Taxi-Firmen, bei denen du einen Sitz für den Flughafentransfer dazu buchen kannst.

Auch bei Taxi-Apps, wie UBER gibt es in manchen Ländern so eine Option. Nicht immer haben wir auf Städtetrips, wo wir alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollen, unsere Sitzerhöhungen dabei. Deshalb haben wir in solchen seltenen Fällen, auch die Kinder mal für kurze Zeit am Schoß.

Bei Pauschalreisen, wo ein Transfer vom Flughafen zum Hotel inbegriffen ist, gibt es im Shuttle meist keine Kindersitze. Wenn du sicher gehen möchtest, dass du für den Transfer einen Sitz für dein Kind hast, kontaktiere den Transfer persönlich und kläre das ab, oder nimm gleich deinen eigenen Sitz mit.

5. Kindersitz in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus) und Minibussen

In vielen Ländern weltweit, vor allem in ärmeren Ländern, herrscht keine Kindersitzpflicht, weshalb der Schoßplatz, egal, ob ihm Auto oder Minibus (Maschrutka oder Colectivo) bei Locals völlig normal ist. In Europa ist dies natürlich ganz anders. Hier gibt es nur in den meisten öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Taxifahren keine Kindersitzpflicht.

In manchen Minibussen lassen sich nicht mal Kindersitze anbringen, da die Sitze oftmals zu schmal sind. So ist es uns schon öfter passiert, dass wir keine andere Wahl, als den Schoßplatz hatten. In Latein- bzw. Zentralamerika hatten wir oftmals Kindersitze mit, aber konnten sie nicht in den Colectivos oder Reisebussen anbringen, sodass wir die Kinder erst recht auf den Schoß nehmen mussten. In Kirgistan waren die Autos so alt, dass sie oft nicht einmal Gurte hatten.

Daher kommt es immer auf das Reiseland bzw. auf die Reiseart an, die du wählen möchtest. Da wir meistens mit unseren Kindern backpacken, sind wir oft auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Wenn es zur Alternative Züge gibt, nutzen wir diese, da sie am sichersten sind.

6. Kindersitz im Flugzeug

Immer wieder werde ich gefragt, ob man ins Flugzeug selbst Kindersitze mitnehmen darf, auf denen dein Baby bzw. Kind auch sitzen darf. Um einen eigenen Sitz beim Fliegen verwenden zu dürfen, muss dieser einer der erlaubten Sitze der Airline sein, mit der du unterwegs bist. Jede Airline erlaubt nur bestimmte zertifizierte Babyschalen oder Kindersitze an Board. Außerdem braucht dein Kind dafür einen eigenen Sitzplatz im Flugzeug, der den vollen Preis kostet.

Da Babys bis zum 2. Lebensjahr einen sogenannten „Infant Seat“, sprich Schoßplatz haben, ist es für diesen Tarif nicht möglich einen Kindersitz im Flugzeug zu verwenden, sprich, du müsstest einen eigenen Sitzplatz für dein Baby dazu buchen. Diese Option haben wir noch nie gewählt, da sie uns zu teuer gewesen wäre, bzw. wir gar nicht die erlaubten Babyschalen für die Airline gehabt hätten.

Wer mit mehreren Airlines fliegt, und unbedingt einen Kindersitz mit ins Flugzeug nehmen möchte, muss sich daher gut vorab bei den Fluggesellschaften informieren und einen eigenen Platz buchen.

7. Fazit

Ob du einen Kindersitz selber mitnehmen oder mieten solltest, hängt von der Reiseart, Dauer des Aufenthalts und Alter des Kindes ab:

  • Für Babys bzw. Kleinkinder im 1. Lebensjahr lohnt es sich die Babyschale selber mitzunehmen, da diese in den meisten Ländern nicht verfügbar sind bzw. man sie bei den meisten Fluggesellschaften kostenlos mitnehmen kann.
  • Bei Kindern zwischen 1-4 Jahren, die das Gewicht für eine Sitzerhöhung noch nicht erreicht haben, empfehle ich einen Kindersitz beim Mietwagenverleih zu mieten bzw. bei längeren Reisen selbst mitzunehmen oder einen vor Ort zu kaufen.
  • Für Kinder ab 4 Jahren lohnt es sich eine Sitzerhöhung, welche sich gut zusammenlegen lässt oder vielseitig einsetzbar ist, mitzunehmen. So bleibt man flexibler und muss sich nicht abschleppen.

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